Schließung des katholischen Gotteshauses in Volpriehausen ist kein Thema mehr

Die Kirche bleibt im Dorf

Zukunft gesichert: Im Jahr 2008 wurden Pläne des Bistums Hildesheim bekannt, die katholische St. Josefkirche in Volpriehausen mittelfristig zu schließen. Die Rede war vom Jahr 2014. Vier Jahre später wurde die Frist bis 2019 verlängert. Jetzt ist die Schließung auf absehbare Zeit ganz vom Tisch. Foto: privat/nh

Volpriehausen. Seit acht Jahren kämpfen Katholiken aus Volpriehausen um den Erhalt ihrer Kirche im Ort. Mit Erfolg: Die Pläne des Bistums Hildesheim, die 1961 erbaute St. Josefkirche aus finanziellen Gründen 2019 zu schließen, sind vom Tisch.

Zu verdanken ist diese Entscheidung nach Einschätzung von Bertold Hieber der Arbeit des Fördervereins, der die Betriebskosten des Hauses maßgeblich trägt. Unterstützung für die Filialkirche kommt zusätzlich von der katholischen Pfarrgemeinde St. Konrad in Uslar.

Lebendige Gemeinde

Aktuell zählt der Förderverein für die St. Josefkirche, dessen Vorstand in der Jahresversammlung stolz Bilanz zog, 27 Mitglieder. Zu den sonntäglichen Gottesdiensten würden 35 bis 45 Gläubige kommen, meldet Vereinsvorsitzender Werner Groß. Die Zahl von 22 Andachten in der Kirche oder als Bergandacht auf dem Klinkerbühl sowie eine Wallfahrt zum Höherberg im Eichsfeld seien zum festen Bestandteil des religiösen Lebens geworden.

Außerdem kümmert sich der Förderverein um die Vorbereitungen zum Patronats-, Erntedank- und Kirchweihfest sowie Arbeiten in der Weihnachtszeit. Freiwillige helfen beim Gemeindefrühstück. Dazu kommen Arbeiten rund um die Kirche. Auch nach 55 Jahren habe die St. Josefkirche nichts von ihrer Anziehungskraft verloren, so Groß. Das bringe die Teilnahme von Gläubigen aus Uslar und Hardegsen an den Gottesdiensten zu Ausdruck.

Dieses aktive liturgische und pastorale Leben sei von der bischöflichen Behörde in Hildesheim anerkannt worden, meint der stellvertretende Vorsitzende Bertold Hieber, der in der Jahreshauptversammlung aus einem Brief des Bistums vorlesen ließ. „Sie sind eine lebendige Gemeinde, haben einen Förderverein und wenn die Baupolizei die Kirche nicht schließt, warum sollen wir es machen?“, heißt es in dem Schreiben.

Arbeit hat sich gelohnt

„Damit ist das drohende Gespenst einer Schließung der Kirche, in die unbefristete Zukunft verschoben und kein Thema mehr“, freute sich Hieber. Die stete Arbeit seit 2008 sei nicht umsonst gewesen.

Hintergrund: Im April 2008 war bekannt geworden, dass das Bistum Hildesheim die katholische Kirche in Volpriehausen aus finanziellen Gründen in eine C 2-Kirche einstufen wollte, mit dem Ziel der Schließung bis spätestens 2014. Im Jahr 2012 wurde diese Frist bis 2019 verlängert.

Dass das Bistum Hildesheim nun von einer unbefristeten Zukunft der Kirche ausgeht, hat laut Bertold Hieber damit zu tun, dass vor Ort die Kosten für das Gotteshaus aufgebracht werden und setzt voraus, dass der Bau keine größeren Sanierungskosten verursacht. (shx)

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