Volpriehausen: Kirche bleibt Dorf erhalten

St. Josefkirche in Volpriehausen: Die für 2014 vorgesehene Schließung der katholischen Kirche in dem Bollert-Dorf ist vom Bistum Hildesheim bis 2019 verschoben worden. Dieses Bild nahm Alicia Schünemann im Juli 2012 auf. Archivfoto: Privat/nh

Volpriehausen. Als ein Weihnachtsgeschenk anzusehen ist nach Ansicht von Bertold Hieber die Nachricht des katholischen Bistums Hildesheim, dass die Filialkirche St. Josef in Volpriehausen wohl noch bis 2019 Bestand haben wird.

Bisher war vorgesehen, das Gotteshaus 2014 stillzulegen. Der Förderverein hat mit einem Antrag um den Erhalt geworben. Dem sei jetzt zugestimmt worden, teilt Hieber in einer Pressemitteilung mit. Damit sei die drohende Profanierung aufgehoben.

Im April 2008 wurde bekannt, dass die 1961 erbaute kleine katholische Kirche vom Bistum aus finanziellen Gründen in eine C 2-Kirche eingestuft werden sollte, mit dem Ziel der endgültigen Schließung bis spätestens 2014. Kurze Zeit später hat sich um Hieber eine kleine Gruppe von Gläubigen für die Rettung der Kirche im Dorf gegründet.

Mit einer Befragung wurde die Bereitschaft der Kirchgänger ermittelt, in wie weit sie sich an der Finanzierung zum Erhalt der Kirche beteiligen wollen. Das Ergebnis überraschte die Initiatoren, die daraufhin einen Förderverein gründeten. Aufgabe des Vereins ist es, Geld zum Erhalt der Kirche zu beschaffen.

Zunächst gab es statt einer sofortigen Schließung damals einen Aufschub bis 2014. Unter anderem, weil der mittlerweile verstorbene Pater Leonardus Kersten neben der Kirche wohnte und ihm das Gotteshaus nicht genommen werden sollte, heißt es von Hieber.

Jetzt gab es erneut Bedenken wegen des Erhalts der Kirche. Die einst angeführten Kriterien, die zur Schließung führen sollten, wurden analysiert. Schnell fand die Führungsriege des Fördervereins Gründe für den Erhalt. Im Antrag sei auf ein aktives und reges Gemeindeleben hingewiesen worden. Dazu zählen laut Hieber die Gebetsstunden ebenso wie die Arbeit rund um die Kirche mit der ehrenamtlichen Pflege der Anlage.

Die sonntäglichen Gottesdienste würden laut Hieber von 30 bis 40 Katholiken besucht, und auch auf die intakte Bausubstanz der Kirche sei hingewiesen worden. Außerdem haben der Pastoralrat, die Stadt Uslar und Ortsbürgermeister Gerd Kimpel dem Folgeantrag „unterstützende Stellungnahmen“ zugefügt, mit dem Wunsch, die für 2014 vorgesehene Stilllegung weiter zu verschieben.

Jetzt sei die Nachricht vom Bistum Hildesheim eingetroffen, die keine Schließung in den kommenden sechs Jahren vorsieht. „Die Gemeinde in Uslar und die Gläubigen der Filialkirche können dem Jahr 2019 mit Ruhe entgegen sehen“, schreibt Bertold Hieber.

Er führt die erneute Verschiebung der Schließung auf das „aktive pastorale Leben und die aktive Gestaltung des Gemeindelebens in der Filialkirche“ zurück, das es zu erhalten gelte. (red/jdx)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.