Rege Diskussion nach Neuordnung der Zuständigkeit in St.-Maria-Goretti-Gemeinde

Kirchen-Bestand ungewiss

Interessierte Katholiken: 50 Zuhörer – darunter Wahlsburgs Bürgermeister Jörg-Otto Quentin – nahmen an der Gemeindeversammlung zur Zukunft der Kirchengemeinde St. Maria Goretti im Pfarrheim St. Benedikt in Lippoldsberg teil. Foto: Dumnitz/zjs

Lippoldsberg. Der Hildesheimer Domkapitular Adolf Pohner machte am Sonntag während der öffentlichen Gemeindeversammlung der katholischen Christen im Pfarrheim St. Benedikt keinen Hehl daraus, dass die Zukunft der Wahlsburger Kirche aus seiner Sicht in Frage zu stellen ist. Er war aus Hildesheim angereist, um den 50 Katholiken Rede und Antwort zu den Veränderungen innerhalb der Kirchengemeinde (wir berichteten) zu stehen. Ebenso die Pfarrer Thomas Steinrücken (Bad Karlshafen) und Rudi Kastner (Uslar).

Alle drei Kirchenmänner hielten an der neu geschaffenen Struktur fest: Die Bodenfelder Katholiken können weiter in Lippoldsberg die Messen besuchen und sich unter anderem auch im Kirchenchor einbringen. Verwaltungstechnisch ist allerdings die katholische St.-Konrad-Kirchengemeinde Uslar für die 300 Katholiken aus Bodenfelde zuständig.

„Das wird auch so bleiben“, sagte Pohner, weil die Bodenfelder zum Bistum Hildesheim gehören und die Wahlsburger Katholiken zum Bistum Fulda. „Wir wissen, dass seit über 50 Jahren lebendige Beziehungen zwischen den Katholiken aus den Nachbarorten bestehen“, sagte der Domkapitular weiter.

Weil aber das Bistum Fulda dem Bistum Hildesheim mitgeteilt hat, dass dem Pfarrer Steinrücken die Betreuung von sieben Kirchen nicht mehr zuzumuten sei, müssten die Bodenfelder Katholiken eben dahin gehen, wo sie seit Jahrzehnten kirchenrechtlich gesehen auch hingehören, nämlich nach Uslar.

Wöchentliche Messen

Pfarrer Steinrücken sagte, dass sich „gefühlsmäßig nichts ändert.“ Die Bodenfelder könnten weiterhin gern kommen und sich einbringen. Für ihn wäre es aber schon eine Entlastung, wenn die seelsorgerischen Aufgaben wie Heirat, Kommunion und Beerdigungen von Uslar aus wahrgenommen würden. Die wöchentlichen Messen werde es weiterhin geben. Pfarrer Rudi Kastner sagte, dass durch den Wechsel der Bodenfelder Katholiken nach Uslar in Wahlsburg „viel Geld fehlen“ werde. Da müsse man sich was einfallen lassen, wenn das Gotteshaus weiterhin Bestand haben soll.

So ist durch die vom Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Otto Franzen beschriebene „Abschiebung der Bodenfelder Katholiken nach Uslar“ eine Diskussion um den Erhalt der Wahlsburger Kirche entstanden. Pfarrer Steinrücken hält Veränderungen für nötig und auch Domkapitular Pohner sagte ohne Umschweife, dass – wäre die Kirche in seinem Bistum – gar über eine Schließung des Gotteshauses nachgedacht werden müsse.

Eine Zuhörerin wertet den neuen Zustand als Bereicherung: „Jetzt haben wir ja mehrere Möglichkeiten, wo wir hingehen können.“ Die Mehrheit im Pfarrsaal sah es jedoch anders: Die Lippoldsberger Kirche werde nicht nur geschwächt. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und leerer Kassen sei deren eigene Zukunft nach 55 Jahren Bestand sogar äußerst ungewiss. (zjs) 

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