Kirchenfenster sind ausgebaut: Uslarer Kunstschatz wird restauriert

Gesichert: Zwei der 28 Mittelalter-Fenster aus der Uslarer St.-Johannis-Kirche hat Restauratorin Kathrin Rahfoth schon für die Aufarbeitung und den Abtransport vorbereitet. Im Hintergrund ist das Alte Rathaus zu sehen. Fotos: Schneider

Uslar. Volle Konzentration erforderten die Arbeiten am Uslarer Kunstschatz: Die 28 mittelalterlichen Fensterbilder aus dem Hauptfenster der Uslarer St.-Johannis-Kirche sind ausgebaut, gesichert und werden in den kommenden Monaten in Erfurt restauriert.

Die Aufgabe in sechs Metern Höhe auf dem Außengerüst am Chor der Uslarer Kirche hat die Diplom-Restauratorin für Glasmalerei und Glasfenster, Kathrin Rahfoth, diese Woche mit ihrem Mann Michael Görlach wie geplant geschafft. Sorgsam bauten sie die Fenster aus, bereiteten sie sogleich für die Restauration vor und sicherten sie für den Transport.

„Man muss frisch sein im Kopf“, sagte die Expertin über ihre Arbeit. Frisch war es die Woche über auch an ihrem Arbeitsplatz in luftiger Höhe. Es wehte immer ein kalter Wind. Dafür gab es aber keinen Niederschlag.

Fenster aus dem Jahr 1430

Der Fenster-Kunstschatz war vor anderthalb Jahren von von der Kunstexpertin Dr. Elena Kozina begutachtet worden. Sie hat das Sanierungskonzept erstellt. Die Fenster stammen aus drei mittelalterlichen Beständen aus den Jahren 1430, 1450 und 1470.

Die Bedeutung der Mittelalter-Fenster war schließlich ausschlaggebend dafür, dass die umfangreiche Sanierung an der Kirche jetzt begonnen hat. Bis Ende Oktober werden 760 000 Euro in die Sanierung von Chor-Fassade und Fenster investiert.

Beim Ausbau freute sich Restauratorin Rahfoth nicht nur über die Rarität, sondern vor allem darüber, dass bei der letzten Sanierung im Jahr 1902 so gut gearbeitet wurde. Sie attestiert der Werkstatt aus Charlottenburg, die vor 114 Jahren am Werk war, eine sehr gute Ausführungsqualität. Dadurch sei nun eine besondere Schutzverglasung in Absenktechnik möglich, damit die Glasmalerei hinterher gut zu sehen ist und gleichzeitig lange erhalten bleibt, erläuterte die Restauratorin.

In ihrer Werkstatt in Erfurt bekommen die Fenster aus Uslar auch eine neue Rahmung. Im Sommer werden dann in der Kirche spezielle Halterungen für eine flexible Aufhängung installiert, bevor der Uslarer Kunstschatz wieder eingebaut werden kann.

Ein Geheimnis um die Mittelalter-Fenster gibt es aber noch: Ihre Herkunft ist nach wie vor unbekannt. (fsd)

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