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Unscheinbare graue Kiste sammelt im Uslarer Land Verkehrsdaten

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Von: Jürgen Dumnitz

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Unscheinbar: Dieser Kasten dient der Verkehrsdatenerfassung.
Unscheinbar: Dieser Kasten dient der Verkehrsdatenerfassung. © Jürgen Dumnitz

Uslar – Bei einem eher unscheinbaren „grauen Kasten“ an einem Verkehrsschild neben der Landesstraße 548 (Eschershäuser Straße) im Ortsgebiet von Uslar handelt es sich um ein Seitenradarmesssystem.

Das teilt der Landkreis Northeim auf HNA-Anfrage mit. Mit der Anlage im Innern des Kastens soll laut Pressesprecherin Tanita Schebitz „eine allgemeine Verkehrserhebung beziehungsweise Verkehrsüberwachung“ möglich sein.

Über das Seitenradarmesssystem am Schild misst ein Sensor die Geschwindigkeit sowie den Lärmpegel aller vorbeifahrender Fahrzeuge aus beiden Richtungen. Das sind laut Schebitz alle Fortbewegungsmittel vom Fahrrad bis zum Lastwagen. Fußgänger und Kinderwagen würden hingegen nicht erfasst, heißt es weiter.

Im Idealfall kann das Gerät laut Kreis-Sprecherin die jeweiligen Fahrzeuge klassifizieren, also einen Laster von einem Motorrad unterscheiden. Außerdem sei es möglich, Daten zur Verkehrsbelastung und zum Verkehrsaufkommen abzufragen, weil ein integriertes Seitenradarsystem neben der Messung der Geschwindigkeit und des Lärmpegels eine Zählung vorbeifahrender Fahrzeuge vornimmt.

„Personenbezogene Daten werden hierbei nicht ermittelt. Das Gerät verfügt über keine Kamera“, betont Schebitz. Der Fachbereich 21 (Ordnungsangelegenheiten) des Landkreises hat zwei solcher Seitenradarmesssysteme neu angeschafft. Man verspreche sich von den Geräten einen effektiveren Einsatz des Personals mit mobilen Blitzern.

„Regelmäßig gehen eine Vielzahl von Messwünschen durch die Einwohner beim Landkreis ein“, so Schebitz weiter. Durch die Seitenradarmesssysteme könne vorab ermittelt werden, ob eine mobile Messung am gewünschten Standort tatsächlich berechtigt ist und zu welcher Zeit.

Auf diese Weise seien mobile Messungen durch die Mitarbeiter des Landkreises gezielt zu den Stoßzeiten möglich. Die Seitenradarmesssysteme seien jedoch nach aktuellem Stand kein Vorbote für eine mögliche feste Blitzersäule, sie „können allerdings ein Anzeichen für eine darauffolgende mobile Messung sein“, sagt die Sprecherin. Der Fachbereich des Kreises beabsichtigt, dass die Seitenradarmesssysteme für jeweils eine Woche an verschiedenen Standorten angebracht sind, damit weitere Entscheidungen auf Grundlage einer möglichst validen Datenlage über das Verkehrsaufkommen und gefahrene Geschwindigkeiten getroffen werden können, so Pressesprecherin Tanita Schebitz abschließend.

Durch die mobilen Messungen erzielt der Kreis pro Jahr nicht unerhebliche Zusatzeinnahmen von den Verkehrsteilnehmern. Vordergründig dienen die Messungen der Verkehrssicherheit, weil zu schnell gefahren wird.

Von Jürgen Dumnitz

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