Gemeindevertretung wartet auf Ergebnisse einer Studie um Ideen für langfristige Lösung zu erarbeiten

Kläranlage fehlt der Sauerstoff

Funktioniert nicht einwandfrei: Die Kläranlage der Gemeinde Oberweser am Ortsrand von Gieselwerder. Foto: Herbold./nh

Gottstreu. Seit Dezember 2014 funktioniert die Kläranlage in Gieselwerder nicht mehr einwandfrei. Bereits vor über einem Jahr wurde laut Oberwesers Bürgermeister Rüdiger Henne eine Studie in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse in diesem Sommer vorliegen sollen. In der jüngsten Gemeindevertretersitzung im Dorfgemeinschaftshaus Gottstreu wurde jetzt über das weitere Vorgehen diskutiert.

Das Problem

Es wird vermutet, dass der Tropfkörper der Kläranlage kaputt ist. Dadurch funktioniert die Abwasserreinigung nicht einwandfrei und der BSB5-Wert ist zu hoch, teilte Henne mit. Der biochemische Sauerstoffbedarf nach fünf Tagen (BSB5) gibt die Menge an Sauerstoff an, die Bakterien und andere Kleinstlebewesen in einer Wasserprobe im Zeitraum von fünf Tagen bei einer Temperatur von 20 Grad verbrauchen, um organische Verbindungen im Abwasser abzubauen, sagte Kreissprecher Harald Kühlborn.

Der zum Abbau von Schadstoffen benötigte Sauerstoff werde in Klärwerken künstlich über Pumpen zugeführt. Gelangen dagegen größere Mengen biologisch abbaubarer Schadstoffe in Gewässer, kann ein Sauerstoffmangel entstehen und es in der Folge etwa auch zum Fischsterben kommen.

Aktueller Stand

In der Sitzung erklärte der Bürgermeister, dass der BSB5-Wert sich durch eine Spülung der Reinigungsröhrchen im Tropfkörper verbessert habe, aber noch immer gesetzliche Grenzwerte überschreitet.

Eine Räumung des Tropfkörpers sei unumgänglich, so Henne. Die Kosten würden ermittelt und müssten notfalls über den Nachtragshaushalt finanziert werden.

Studie läuft

Man müsse jedoch über langfristigere, umfassendere Lösungen nachdenken. Auch hier gehe der Trend zur Kooperation. Daher sei schon vor über einem Jahr von der Gemeinde, den Stadtwerken Uslar und dem Wasser- und Abwasserzweckverband Solling (WAZ) eine Studie in Auftrag gegeben worden.

Henne begründete das Ausbleiben der Ergebnisse mit dem Umfang der Studie. Es dauere länger, weil alle Anlagen zur Wasserver- und Abwasserentsorgung überprüft werden. Mit dem Ergebnis werde aber noch in diesem Sommer gerechnet.

Meinung der Opposition

Laut eines offenen Briefes von Thomas Schrick, Fraktionsvorsitzender der UWG, soll alleine die Instandhaltung, beziehungsweise Reinigung, des Tropfkörpers 100 000 Euro kosten.

Schrick plädiert dafür keine kurzfristige Entscheidung übers Knie zu brechen. Insbesondere, weil das Problem schon länger den Wassersbehörden bekannt sei und geduldet werde.

Vom Landkreis Kassel heißt es dazu, dass man die Gemeinde gebeten habe zu handeln, aber ebenfalls auf die Ergebnisse der Studie warte. Die UWG fordert, dass die Gemeinde zeitnah in Verhandlungen mit den Nachbarkommunen trete, um eine gemeinsame, langfristige Lösung zu finden. Konkret schlägt sie vor, über eine Erweiterung der Kläranlage in Wahmbeck zu diskutieren, auch um langfristig Geld zu sparen.

Weiteres Vorgehen

Der Bürgermeister machte den Vorschlag, unmittelbar nach Vorlage der Studie in einer Arbeitsgruppe die weitere Vorgehensweise zu diskutieren. Die AG soll aus dem Haupt- und Finanzaussschuss und den Fraktionsvorsitzenden bestehen. Außerdem soll die Kläranlage besichtigt werden. (nh)

Von Michaela Pflug

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