Ex-Realschüler wollen nachholen, was ihnen während der Schulzeit verwehrt blieb

Klassenfahrt nach 35 Jahren

Wiedersehen nach 35 Jahren: Andreas Spirka (von links), Evelin Zick, geb. Schrader, Kerstin Linnemann (alle Uslar), Katharina Heßmann (Hamburg), Barbara Frank, geb. Schumann (Passau), Uta Herbst, geb. Schormann (Hachmühlen), Harald Bertram (Bremen), Gertrud Tiede (Göttingen), Claudia Ludewig-Barlitz (Dransfeld), Burkhard Schramm, Jörg Zinke (beide Uslar), Wula Sakellariou (vorn, Rosdorf) und Simone Loewe, geb. Krupatz (Bodenfelde). Mit dabei waren zudem noch Wolfgang Adlhoch (Bremen), Frank Sobotta (Esebeck) und Andreas Friebe (Uslar). Foto: Privat/nh

Uslar/Bodenfelde. Weil ihr ehemaliger Klassenlehrer nie eine Klassenfahrt mit ihnen unternommen hat, haben die Teilnehmer eines Wiedersehens 35 Jahre nach Schulschluss verabredet, diese jetzt nachzuholen – natürlich ohne den Lehrer, der heute noch in Uslar lebt. Verabredet wurde das beim Klassentreffen der früheren Klasse 10 b der Realschule, die 1980 entlassen wurde.

Das Wiedersehen der 16 von einst 26 Realschülern fand in Bodenfelde statt. Organisatoren waren Wula Sakellariou, Simone Loewe, Claudia Ludewig-Barlitz und Katharina Heßmann, die für die Kontakte laut Simone Loewe unter anderem auch ein soziales Netzwerk nutzte.

Begonnen hatte das Treffen am Samstag im Restaurant Kretaliano in Bodenfelde. Beim Essen gab es viele gute Gespräche, einige Schüler hatten auch Bilder aus der gemeinsamen Schulzeit mit. Den Abschluss feierten die Ex-Realschüler dann im Gasthaus Zensing.

Dort einigte sich laut Simone Loewe auch der „harte Kern“ darauf, die einst verwehrte Klassenfahrt nachzuholen. Vorgesehen ist eine gemeinsame Tour nach Bamberg, die schon fürs kommende Jahr organisiert werden soll.

Boykott der Abschlussfeier

Zum Hintergrund: Im Sommer vor 35 Jahren wurden 103 Schüler an der Realschule in Uslar entlassen. Damals war der mittlerweile bereits verstorbene Günther Pawlik Direktor.

Die einstigen Abgangsschüler bekamen damals – wie es auch heute noch üblich ist – ihre Zeugnisse während einer Abschlussfeier vor Mitschülern, Eltern, Lehrern und Vertretern anderer Schulen sowie der Lokalpolitik überreicht.

13 der einst 26 Schüler der Klasse 10 b boykottierten diese Feier jedoch. Die Sollinger Allgemeine berichtete darüber am 12. Juli 1980. Als Grund gaben die boykottierenden Realschüler gegenüber der Zeitung unter anderem an, dass sie unzufrieden waren, dass für sie während ihrer gesamten Realschulzeit keine einzige Klassenfahrt stattfand, während alle anderen Klassen mit ihren Klassenlehrern in den Genuss solcher Fahrten kamen. (jde)

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