Jugendliche sammelten am Silvestertag mit viel Geschrei Geld und Würste ein

Konfis mit Bock auf Bock

Start am Silvestertag: Polizist und Clown (links) führen den Bock-Reigen der Bollenser Konfirmanden an. Foto: Dumnitz/zjs

Bollensen. Aufregend waren sie schon, die Vorbereitungen für den Neujahrsbock der Bollenser Konfirmanden. Im Stall des Exner-Hofes waren Arno Warnecke und Gottfried Exner am Silvestertag zusammen mit einigen Eltern dabei, den Bock mit Stroh einzuwickeln. Parallel legten die anderen fünf Jugendlichen Verkleidung und Masken an, und dann ging der Bock auf Tour.

Nils Werner ließ sich am Dienstag, dem letzten Tag des alten Jahres, geduldig mit den Haferstroh-Rollen von den Füßen bis zum Hals einwickeln. Seit Jahrzehnten halten Konfirmanden den Bollenser Brauch aufrecht. Früher waren es ausschließlich Jungen, seit ein paar Jahren sind auch Mädchen dabei. „Weil es sonst nicht mehr genügend Akteure gibt“, sagt Wickler Arno Warnecke. Eine gute Stunde braucht es, bis der Bock rundherum mit Stroh eingewickelt ist. Parallel wählen die anderen Jugendlichen ihre Verkleidung aus dem großen Koffer. Michel Schwedler ist der Bockführer, Lea Holleck ist der Clown in der Truppe mit Bock auf den Bock. Als Polizist ist Katharina Behrend mit dabei, Jonas Klingemann mimt den Wurstmann und Luisa Kastner ist die Wurstfrau. Beide sammeln Würste ein bei der Tour von Tür zu Tür in dem 467-Seelen-Dorf. Mit der Sammelbüchse stehen der Clown und der Poliziste vor der Tür, machen mit Klingel und viel Lärm auf sich aufmerksam.

Beim mehrstündigen Zug durch Dorf soll der Neujahrsbock die bösen Geister des vergangenen Jahres vertreiben und gleichzeitig Glücksbringer fürs neue Jahr sein. Einige Bollenser ziehen sich Stroh aus dem Bock – vielleicht hilft es dem Glück ja ein wenig auf die Sprünge.

Das gespendete Geld teilen sich die Bollenser Bock-Akteure nach der Tour, auf der sie von den meisten Einwohnern bereits erwartet werden. Und die Würste werden in den nächsten Tagen bei einer kleinen Feier gemeinsam verzehrt. So ist es in Bollensen Brauch und so wird es wohl auch wieder in 363 Tagen sein, Silvester 2014. (zjs)

Von Jürgen Dumnitz

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