Krankenhaus Uslar: Versorgung bis Ende März, Geld für Mitarbeiter

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Uslar. Die ärztliche Versorgung am Krankenhaus Uslar ist bis zum Monatsende gesichert, ebenso die Löhne und Gehälter, auf die die Mitarbeiter dieses Jahr bisher vergeblich gewartet haben.

Das sind die zwei wichtigsten Botschaften aus dem insolventen Krankenhaus. Und: Insolvenzverwalter Dr. Steffen Koch hat verkündet, alle zur Verfügung stehenden Optionen zu prüfen, um die Einrichtung und möglichst viele Arbeitsplätze zu retten.

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Allerdings wird die Gesamtsituation am Krankenhaus Uslar als dramatisch bezeichnet. Ihm bleibe kaum Zeit und wenig Spielraum, hieß es in einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung der hww-Gruppe, dem bundesweit tätigen Sanierungs-, Insolvenz- und Zwangsverwaltungsdienstleister, für den Insolvenzverwalter Dr. Koch tätig ist.

Besondere Lage erkannt

Der Insolvenzverwalter habe sich unmittelbar nach seiner Bestellung nach Uslar begeben und mache sich derzeit ein Bild der Lage. Er habe die Mitarbeiter während einer Betriebsversammlung informiert. Und er habe die besondere Bedeutung des Uslarer Hauses erkannt: "Das Krankenhaus spielt eine zentrale Rolle für die medizinische Nahversorgung in und um Uslar."

Koch will den Geschäftsbetrieb des Krankenhauses mit seinen 35 Betten und 75 Mitarbeitern im vorläufigen Insolvenzverfahren fortführen. Träger des Krankenhauses ist die "Gesundheitszentrum Solling Oberweser gGmbH", eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des Klinik- und Rehazentrums Lippoldsberg, das ebenfalls Insolvenz angemeldet hat.

Löhne sind gesichert

Für die Mitarbeiter, die seit Januar auf ihr Geld warten, hat sich die Situation durch die Insolvenzanmeldung wieder etwas entspannt, heißt es in einer Mitteilung des Insolvenzverwalters: "Deren Löhne und Gehälter sind bis einschließlich März über das Insolvenzgeld gesichert. Das Insolvenzgeld umfasst auch die rückständigen Gehälter der letzten drei Monate." Er habe bereits die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes in die Wege geleitet, so dass das Geld kurzfristig ausgezahlt werden kann."

Für das Uslarer Krankenhaus werde Koch nun mit der Stadt Uslar, dem Landkreis Northeim, der Gewerkschaft Verdi und dem Betriebsrat "mit Hochdruck nach Lösungen suchen".

Er machte aber auch deutlich, dass nicht allzu viel Zeit bleibe: "Nach ersten Erkenntnissen lässt uns die wirtschaftliche Situation keinen Spielraum für lange Verhandlungen. Uns bleiben nur wenige Wochen, um ein Sanierungskonzept zu finden." Welche Möglichkeiten dabei in Betracht kommen, werde erst eine genaue Analyse in den nächsten Tagen zeigen.

Für die ärztliche Versorgung hatte sich gestern Dr. Sascha Fieseler mit Erfolg eingesetzt. Bis zum Monatsende sei der ärztliche Bereitschaftsdienst rund um die Uhr gesichert, berichtete Fieseler. In der Chirurgie sei er bis Monatsende selbst im Einsatz. Danach müsse man weiter sehen. (fsd)

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