Persönliche Erklärung und Konsequenz nach Problemen wegen Jugendraum

Krause gibt Ortsratsposten in Sohlingen ab

Michael Krause

Sohlingen. Der Sohlinger Michael Krause legte am Donnerstag sein Mandat als Ortsratsmitglied nieder.

Gleich zu Beginn der öffentlichen Sitzung vor 13 Zuhörern im Dorfgemeinschaftshaus verlas er eine Erklärung und setzte sich dann an den Zuhörertisch. Hintergrund sind Probleme mit dem Jugendraum.

„Populistische Aussagen einiger Mitglieder dieses Gremiums gegenüber der Presse haben mich zu dem Entschluss kommen lassen, dass eine vertrauensvolle Zusammenarbeit in dieser Zusammensetzung nicht möglich sein wird“, sagte Krause. Das Verdrehen von Tatsachen im Zusammenhang mit seiner Person sei nicht das erste Mal. „Diesen Intriganten möchte ich für ihr weiteres Handeln viel Erfolg wünschen und hoffe gleichzeitig, dass aus sie einmal – und dann aber richtig – Schiffbruch erleiden werden“, sagte Krause in der Sitzung. „Da ich meine Freizeit mit besseren Menschen verbringen kann, habe ich mich dazu entschlossen, von meinem Amt im Ortsrat mit sofortiger Wirkung zurückzutreten.“ Anschließend gab Krause seinen Schlüssel für den Sohlinger Jugendraum an Ortsbürgermeister Hartmut Filmer ab, von dem er diese im Mai 2012 bekommen hat, weil sich Krause als Ansprechpartner des Ortsrates um den Raum kümmern wollte.

Filmer sagte, der Rücktritt von Krause komme für ihn überraschend. Krause habe sich ja in er Vergangenheit nach seinen Möglichkeiten um den Jugendraum gekümmert und den Jugendlichen zuletzt auch ins Gewissen geredet, weil es Probleme mit der Sauberkeit und wegen Zerstörungen gab. Schäden an den Wänden hat Filmer auf seine Kosten reparieren lassen, jetzt müsste nur noch Farbe an die Wände, sagte Filmer. Die gesamte Situation sei jedoch nicht zufriedenstellend. Er sei sich sicher, dass es mindestens einen illegalen Schlüssel für den Jugendraum gebe und habe deshalb bereits das Schloss ausgewechselt.

Hausordnung einhalten

Ortsratsmitglied Wilhelm Wedekind warf dem Ortsbürgermeister vor, die Situation um Krause und den Jugendraum verschönt darzustellen. Es gebe eine Hausordnung, an die sich die Jugendlichen als Nutzer halten müssten. Das hätte regelmäßig kontrolliert werden müssen. Aus seiner Sicht habe Filmer die ganze Angelegenheit zu lange vor sich hergeschoben, so Wedekind weiter.

Heike Mittelstädt mahnte einen vernünftigen Umgangston im Ortsrat an. Ihrer Meinung nach müssen Spielregeln eingehalten werden. Sie will sich mit einbringen und mit den Jungendlichen eine Lösung finden.

Uslars Stadtjugendpfleger Kristian Thiemann bedauerte den Rücktritt Krauses als Folge der Ereignisse. Jugendliche hätten ihm gegenüber selbst zugegeben, dass es nicht immer gut lief mit der Nutzung des Raumes, sagte er in der Sitzung. Thiemann hofft, dass der Raum bald in Ordnung kommt und wieder von den Kindern und Jugendlichen genutzt werden kann. Der Ortsrat sei aber weiter in der Pflicht, um die Sache im Auge zu behalten. Gleichzeitig sagte Thiemann seine Unterstützung zu. (jde)

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