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Krimiserie aus der Solling-Region: Sven Schreivogel sammelt Motive für potenzielle Drehorte

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Von: Jürgen Dumnitz

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War einst Filmkulisse für den Großen Bellheim: Teiles des vom inzwischen verstorbenen Regisseur Dieter Wedel verfilmten Mehrteilers wurden in der früheren Ilse-Villa am Jägeranger in Eschershausen gedreht. ARCHIVFOTO: PRIVAT/NH
War einst Filmkulisse für den Großen Bellheim: Teiles des vom inzwischen verstorbenen Regisseur Dieter Wedel verfilmten Mehrteilers wurden in der früheren Ilse-Villa am Jägeranger in Eschershausen gedreht. ARCHIVFOTO: PRIVAT/NH © Privat/NH

Uslar/Bodenfelde – Ein Tatort aus dem Uslarer Land, eine Krimiserie aus dem Solling und auch Heimatfilme, Mystery-Thriller oder eine Soap wie „Rote Rosen“ aus schönen Orten in Südniedersachsen – das wäre ganz nach dem Geschmack von Sven Schreivogel (50). Der bei Göttingen lebende Filmemacher und Journalist, der zur Filmlandschaft Südniedersachsen gehört und zur Initiative Drehort Göttingen, kann sich den Solling durchaus als Filmlandschaft vorstellen.

„Meine Ideen sind so vielschichtig wie die Region“, sagt er im Gespräch und ist schier begeistert von einigen möglichen Drehorten. Für eine TV-Krimiserie könne er sich den Lakenteich mit dem Waldglashütten-Standort vorstellen, das Hochmoor Mecklenbruch, die Lange Straße in Uslar mit dem Spenneweihbrunnen, die Kirchenruine Winnefeld und den Hutewald bei Nienover ebenso wie eine alte Eichenallee bei Neuhaus mit historischen Sandstein-Trockenmauern. Mit seiner Initiative knüpft er an frühere Filme an, die zwischen Weserbergland und Solling gedreht wurden. So wie „Königliche Hoheit“ von 1953 mit Szenen vom Jagdschloss Nienover im Reiherbachtal und am ehemaligen Forsthaus Winnefeld.

Eine Wiederbelebung der Region als Filmlandschaft könne er sich gut vorstellen. So wie einst, als mit Mario Adorf als „Der große Bellheim“ (1991/92) in der Wedel-Verfilmung in der ehemaligen Ilse-Villa in Eschershausen gedreht wurde.

Oder auch Actionszenen für den Jerry Cotton-Agentenfilm „Der Mörderclub von Brooklyn“ (1966) an der inzwischen abgerissenen Bahnbrücke auf der Strecke Bodenfelde – Bad Karlshafen. Die Brücke bekam nach der inszenierten Sprengung eines amerikanischen Cabriolets schnell den Namen Jerry-Cotton-Brücke.

Schreivogel bezeichnet den Solling nach seiner Standortanalyse als kleinen Bruder des Harzes und einen „unverbrauchten Drehort“, weil die Abstände zwischen einigen im Solling realisierten Filmprojekten groß waren und stets unterschiedliche Drehorte genutzt wurden, um Filminhalte und Geschichten in Szene zu setzen.

Schwärmt von der Filmlandschaft Solling: Sven Schreivogel.
Schwärmt von der Filmlandschaft Solling: Sven Schreivogel. © Jürgen Dumnitz

Seit diesem Frühjahr ist Schreivogel mit einem Team auf Erkundungstour im Solling unterwegs und nimmt sich Zeit, um Ecken zu entdecken, die in Filmen eine gute Kulisse sein könnten. Die Stellen fotografiert er für einen Lokalführer oder „Moodboard“ wie es der Filmemacher nennt.

So entstehe nach und nach ein Drehort-Kataster auf Grundlage von Filmproduktionen in der Vergangenheit mit möglichen Motiven für künftige Aufnahmen. Schreivogel sucht Burgen, Schlösser, Gutshöfe, Forsthäuser, Mühlen, Gaststätten mit reizvollem Ambiente, Pferdegestüte oder auch typische Wohnhäuser in Fachwerk- und Ziegelbauweise und mit typischem Solling-Flair.

Dass es bei guter Vorbereitung gelingen kann, Fernsehproduktionen in Regionen zu locken, mache der Tatort-Dreh in Göttingen oder die Serie „Harter Brocken“ im Oberharz deutlich.

Filmbüro-Gründer Schreivogel lässt von ihm produzierte Hörspiele wie in der Reihe „Geisterstunde“ bereits an Orten im Solling spielen. Rollen darin sprechen unter anderem der östereichische Schauspieler Alexander Goebel, der einst das „Phantom der Oper“ in der deutschsprachigen Erstaufführung des Lloyd-Webber-Musicals sang und spielte.

Er setzt auf seine Vermarktung der Filmlandschaft Südniedersachsen, in der das Weserbergland von Stadtoldendorf über Bursfelde bis hin zum Weper-Höhenzug reicht. Und da ist der Solling mit der seiner Meinung nach teils englisch geprägten Kulturlandschaft mittendrin.

Vielleicht gebe es ja bald so etwas wie „Inspector Barnaby“ aus der Region, was sich durch die Medienpräsenz letztlich auch auf den Tourismus auswirken könne.

Von Jürgen Dumnitz

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