Heimat- und Kulturverein Schoningen stellt Bilder von Helmut Seehausen aus

Künstlerblick auf das Dorf

Dokumente der Vergangenheit: Karl-Heinz Kerl (von links) und Ortsheimatpfleger Ernst Wieneke in der Ausstellung mit Bildern von Helmut Seehausen. Etliche Werke haben einen direkten Bezug zu Schoningen: Foto: Schmidt-Hagemeyer

Schoningen. In ihrem Museum konnten die Schoninger am Sonntag sehen, wie ein Künstler ihr Dorf vor sieben Jahrzehnten erlebt hat. Helmut Seehausen (1913-1999), dessen Bilder später international Anerkennung fanden, war nach dem Zweiten Weltkrieg in den Ort gekommen und blieb bis 1951.

In dieser Zeit entstanden mehrere Gemälde, die Schoningen aus unterschiedlichen Perspektiven in der Sollinglandschaft zeigen. Auch andere Motive wie bestimmte Häuser erkannten Betrachter erfreut wieder. Insgesamt 17 der 49 in der Ausstellung gezeigten Bilder – darunter etliche Holzschnittarbeiten – haben einen direkten Bezug zu Schoningen.

Zusammengetragen hat die Werke der Schoninger Karl-Heinz Kerl (77), der bereits im vergangenen Jahr zusammen mit Ortsheimatpfleger Ernst Wieneke und dem Heimat- und Kulturverein eine Gemäldeausstellung organisiert hatte. Damals waren Werke von Otto Heinsius und Rudolf Kattner zu sehen. Die drei Maler haben gemeinsam, dass sie durch die Kriegswirren nach Schoningen gekommen sind, hier ein paar Jahre lebten und später als Künstler bekannt wurden. Auf diesen Zufall der Dorfgeschichte ist Karl-Heinz- Kerl, der selbst als Neun- oder Zehnjähriger bei Rudolf Kattner Zeichnen gelernt hat und bis heute malt, gestoßen. „Das ist schon etwas ganz Besonderes“, freute sich der 77-Jährige, der sich seit 2006 intensiv mit dem Thema beschäftigt.

Schätze im Wohnzimmer

Denn etliche Bilder der später zum Teil international bekannten Maler hingen oder hängen noch in Schoninger Wohnzimmern. Für Lebensmittel oder Unterkunft haben sie Heinsius, Kattner und Seehausen während ihrer Schoninger Zeit gemalt.

Seehausen hat seinen Lebensunterhalt damals allerdings nur zum Teil im Dorf verdient. Vor allem arbeitete er für zwei Göttinger Verlage, illustrierte für diese Bücher, Zeitungen und Kalender. Im Jahr 1951 zog die Familie nach Hannover, wo sie vor dem Krieg wohnte. Dort habe Seehausen ein Atelier aufgebaut, sei aber immer wieder einmal nach Schoningen zurückgekommen, berichtete Ortsheimatpfleger Ernst Wieneke.

Nach dem Tod des Malers hat seine Familie einen Großteil der Bilder dem Archiv in Seehausens Geburtsort Borstel (bei Nienburg) übergeben. Zur Vorbereitung der Ausstellung ist Karl-Heinz Kerl nach Borstel gereist und durfte 24 Bilder als Leihgabe mitnehmen, um sie in Schoningen zu zeigen.

Neben Werken mit Motiven aus Schoningen oder dem Solling waren auf diese Weise am Sonntag auch Werke, die sich auf den Teuteburger Wald, den Ith oder die Stadt Göttingen beziehen, zu sehen. Dazu kamen einige eindrucksvolle Bilder, die Helmut Seehausen während seiner Zeit als Soldat in Russland gemalt hat. (shx)

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