Zum zehnjährigen Bestehen zeigt ART Uslar eine Sonderausstellung im Museum

„Kunst ist immer im Fluss“

Ausstellung: Um die Entwicklung des Arbeitsstils zu zeigen, hängen in der Bilderausstellung je fünf Werke eines Künstlers aus unterschiedlichen Schaffensperioden nebeneinander. Hier betrachten Besucherinnen zusammen mit Dr. Karin Hahn (zweite von links) und Renate Andermann (zweite von rechts) Gemälde von Susanne Schulz. Fotos: Schmidt-Hagemeyer/zsh

Uslar. Künstler arbeiten oft allein im Atelier. In Uslar hat eine Gruppe von Malerinnen und Malern beschlossen, an die Öffentlichkeit zu gehen und ihre Arbeit den Menschen der Region nahe zu bringen. Mit Erfolg: Als der Kunstverein „ART Uslar“ am Samstag sein zehnjähriges Bestehen mit der Eröffnung einer Ausstellung im Museum feierte, war der Andrang so groß, dass sich einige Gäste mit Stehplätzen begnügen mussten.

Nach dem musikalischen Glückwunsch der Gruppe „Buvamis“ gratulierte Gerd Kimpel als stellvertretender Bürgermeister für die Stadt Uslar. Kunst und Kultur hätten es im ländlichen Raum oft nicht leicht. In Zeiten leerer Kassen falle es den Kommunen schwer, auf diesem Gebiet etwas zu tun, sagte Kimpel und lobt ART Uslar. Der Verein habe sich zu einer wichtigen Säule der Kultur in Uslar entwickelt.

Mit Künstlern sprechen

Kimpel verwies auf die vielen Ausstellungen, die ART Uslar bereits organisiert hat und hob die Kooperation mit dem Museum hervor. „Hier kann man nicht nur ehrfürchtig vor Bildern großer Meister stehen, sondern kann mit den Künstlern in Kontakt kommen“, beschrieb Kimpel den Vorteil regionaler Museen im Vergleich zu großen Häusern.

Gespräche zwischen den Künstlern und Betrachtern waren ein Ziel der Ausstellungseröffnung. Von den beteiligten Malerinnen und Malern hingen je fünf Bilder nebeneinander, die die Entwicklung des Arbeitsstils zeigen sollten. „Es gibt in der Kunst keinen Stillstand. Kunst ist immer im Fluss“, sagte Vereinsvorsitzende Dr. Karin Hahn, die vor zehn Jahren federführend an der Gründung von ART Uslar beteiligt war. Ziel sei gewesen, das Interesse der Uslarer für die bildende Kunst zu wecken, berichtete sie. Das geschieht bis heute ganz praktisch nicht nur durch Ausstellungen, sondern auch durch Malkurse an der Volkshochschule oder in Ateliers einiger Künstlerinnen.

In ihrer Rede ging Dr. Hahn auf die Entwicklung der Malerei von den ersten Höhlenmalereien bis zum modernen Kunstverständnis ein. In der heutigen Zeit gehe es dem Künstler nicht nur um photographische Wiedergabe, sondern „um eine bestimmte, ganz persönliche Aussage“. Der Betrachter trete einer künstlerischen Arbeit erst unbefangen gegenüber. Doch nach dem ersten Kennenlernen müsse das Kunstwerk in Dialog zum Betrachter treten. „Sonst bleibt das Verhältnis zwischen Kunstwerk und Betrachter etwas Unpersönliches.“

Kunst zu gewinnen

Am Samstag konnten die Besucher nicht nur persönlich mit Künstlern sprechen, sondern dank einer Losaktion mit etwas Glück sogar ein Kunstwerk mit nach Hause nehmen. Die Losaktion läuft bis zum Ende der Sonderausstellung. Nicht ganz so viel Glück hatten die Veranstalter mit dem Wetter. Die geplante Pflastermalerei musste ins Museum verlegt werden. Dort lockten noch andere Aktionen. So konnten Besucher ein Landschaftsfoto nach eigenen Vorstellungen weiter malen. (zsh)

Die Bilderschau im Museum ist dienstags bis donnerstags sowie samstags und sonntags zwischen 15 bis 17 Uhr zu sehen. Freitags ist das Museum von 10 bis 12 Uhr geöffnet.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.