Anna Wasmuth aus Wahmbeck schwärmt für Rinder

Berufsziel landwirtschaftliche Betriebsleiterin: „Kühe sind tolle Tiere“

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Von Kühen fasziniert: Die Arbeit im Stall und mit den Tieren ist für Anna Wasmuth das Interessante an der Landwirtschaft.  

Wahmbeck. Große Tiere haben es Anna Wasmuth angetan. Wenn die 22-jährige Landwirtin aus Wahmbeck von Kühen spricht, ist ihre Begeisterung für die schwarzbunten Milchproduzentinnen deutlich zu spüren.

„Nach dem Abitur stand es fest, dass ich die Lehre mache und in die Richtung gehe“, sagt sie. Vorher wusste sie schon, dass sie gerne einen Beruf wollte, der etwas mit Tieren zu tun hat. Ihr Ziel ist es, eines Tages Betriebsleiterin zu werden.

Die Sorge, als Frau die körperlichen Anforderungen, die die Landwirtschaft stellt, nicht erfüllen zu können, hatte sie nicht. So schwer sei die Arbeit nicht mehr, sagt die 22-Jährige, die auf einem landwirtschaftlichen Betrieb groß geworden ist. „Es gibt für alles Hilfsmittel oder Maschinen. Das kriege ich alles bedient.“

Die Landwirtschaft ist männlich geprägt. Trotzdem hat sie nicht das Gefühl, von den Kollegen nicht ernst genommen zu werden. „Da habe ich nie Probleme gehabt“, betont sich. „Man muss sich behaupten können.“

Zwar habe sie hin und wieder mal einen dummen Spruch zu hören gekriegt, aber beispielsweise in der Lehre andererseits auch mehr Hilfe bekommen als die männlichen Auszubildenden.

„Mein Interesse liegt mehr im Kuhstall“, sagt die Landwirtin „Kühe sind tolle Tiere.“ 200 Milchkühe stehen in dem Stall der Betriebsgemeinschaft, der ihre Familie angehört. Dazu kommen weitere 200 Stück Nachzucht, also Kälber und Färsen (das sind geschlechtsreife Tiere, die noch nicht gekalbt haben). 100 Hektar Grünland sowie 280 Hektar Ackerflächen bewirtschaftet die in Wahmbeck beheimatete Betriebsgemeinschaft.

Aber nicht nur die Ruhe und Gelassenheit, die die Wiederkäuer ausstrahlen, faszinieren Anna Wasmuth. Auch die Tiere von der Geburt an aufwachsen zu sehen und zu erleben, wie nach und nach Generationen einer Kuhfamilie in die Herde hineinwachsen und gemeinsam Milch geben, begeistert sie. Außerdem, so betont sie, sei die Lebensmittelerzeugung, um die es bei der Milchviehhaltung geht, generell spannend.

Wann sie fest in den Betrieb einsteigt, ist noch offen. Nach ihrer Lehre hat Anna Wasmuth an der Universität Osnabrück ein Landwirtschaftsstudium begonnen. Im nächsten Jahr will den Bachelor machen. Durch das Studium könne sie ihr Wissen vertiefen, aber auch Kontakt knüpfen.

Wie es danach weitergeht, ist noch offen. „Ich muss hier nicht nächstes Jahr einsteigen“, sagt sie über die Betriebsgemeinschaft. Dafür sei sie ihren Eltern dankbar. In jedem Fall will sie nach einem Praktikum im vergangenen Jahr in Lettland, bei dem es vor allem um Ackerbau ging, und einem Praktikum in den den aktuellen Semesterferien bei einem Futtermittelunternehmen noch ein weiteres Auslandpraktikum absolvieren, bei dem es – natürlich – um Milchvieh gehen soll.

Jeder zwölfte Betrieb wird von einer Landwirtin geführt

Frauen in der Landwirtschaft sind gar nicht so selten – Betriebsleiterinnen aber nach wie vor die Ausnahme. Der niedersächsischen Bauernverband Landvolk teilt mit Verweis auf Zahlen des statischen Landesamtes mit, dass über Hälfte der in den Betrieben mitarbeitenden Familienarbeitskräfte weiblich sind. Sie sind sowohl auf dem Acker und im Stall, aber auch im Büro tätig, wo sie beispielsweise die Buchführung aber auch die Mitarbeiterorganisation übernehmen. 

Der Anteil der Frauen unter den landwirtschaftlichen Betriebsleitern beträgt in Niedersachsen aber nur acht Prozent. Damit ist er laut Landvolk etwas höher als der Bundesdurchschnitt, der 6,4 Prozent beträgt.

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