Besonders Mais und Gerste betroffen

Wenig Ertrag bei Ernte: Hitze sorgt die Bauern im Landkreis Northeim

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Kleiner als sonst: Landwirt Jörg Gebauer zeigt, wie niedrig der Mais diesen Sommer ist. Eigentlich werden die Pflanzen bis zu drei Meter groß. 

Sohlingen. Dieser Sommer ist heiß und trocken – was den Landwirten in der Region große Probleme bereitet. „Die Ernte fällt wesentlich geringer aus als in normalen Jahren“, bilanziert Landwirt Jörg Gebauer.

Der 48-Jährige, der seinen Einzelbetrieb 2008 mit denen von Ernst Warnecke und Heinrich Wasmund zur Ahletal KG zusammengelegt hat, kämpft besonders mit seinem Mais. „Eigentlich ernten wir in einem Jahr fünf Tonnen pro Hektar. Im Augenblick sieht es nach drei aus.“

Das Problem beim Mais zeige sich in seinem Wachstum – das sei nämlich deutlich geringer als üblich. „Mais wird etwa drei Meter hoch. Doch in diesem Jahr hat er bei der Hälfte aufgehört, zu wachsen“, sagt Gebauer. Auch beim Getreide machen sich deutliche Einbußen bemerkbar, so Gebauer weiter. Wenn der Sohlinger in einem durchschnittlichen Jahr etwa sieben Tonnen Gerste pro Hektar erzielt, waren es dieses Jahr nur fünf. „Die Gerste habe ich schon geerntet“, so der Landwirt.

Das heiße Wetter mache den Pflanzen generell zu schaffen. „Ab einer bestimmten Temperatur klappen etwa die Rüben ihre Blätter ein und hören auf zu wachsen“, erklärt Gebauer. „Erst, wenn es wieder kühler wird, kommen sie sozusagen aus ihrem Ruhemodus.“

In diesem Sommer musste Gebauer auch Futter von anderen Höfen einkaufen. Denn: Auch das Grünland, also das Gras für seine 280 Kühe, brachte beim ersten Schnitt nur 80 Prozent des normalen Ertrages. Beim Zweiten sogar nur 70. „Wir müssen sehen, dass wir unsere Tiere durch das Jahr bekommen“, sagt Gebauer. Tiere abstoßen werde er aber nur im Notfall. 

Es ist trocken und heiß: Das Gras, das der Landwirt als Futter für seine Kühe nimmt, ist stellenweise vertrocknet.

Gebauer hat bereits 2000 Tonnen Pressschnitzel, die aus der Zuckerrübenernte entstanden, gekauft. Dadurch entstanden für den landwirtschaftlichen Betrieb Zusatzkosten in Höhe von rund 60.000 Euro.

Auch wenn „das Jahr eine Herausforderung wird“, wie er sagt, hat Jörg Gebauer seinen Humor noch nicht verloren. „Wenn wir weniger Fahren müssen, sparen wir etwas Diesel“, scherzt er. Er hofft, dass die Ernte im kommenden Jahr wieder besser wird. „Neues Jahr, neues Glück.“

Landvolk Northeim-Osterode klagt über Ernte

Nicht nur Landwirt Jörg Gebauer aus Sohlingen hat in diesem Sommer Probleme mit der Ernte. „Im Landkreis Northeim ist die Situation schlecht“, sagt Gerhard Rudolph vom Landvolk Northeim-Osterode.

„In einigen Regionen hält sich der Schaden etwas in Grenzen, besonders in flachen Regionen wie dem Moringer Becken“, so der Geschäftsführer. Aber wo Hänge sind, sei die Lage noch dramatischer, als sie ohnehin bereits sei. „Die Betriebe gehen teilweise bereits an die Futtervorräte für ihre Tiere“, so der 58-Jährige. Bei den Rüben sei das Ausmaß des Schadens noch nicht absehbar. „Aber auch sie brauchen jetzt dringend Regen“, sagt Rudolph.

Mehr zu den Auswirkungen der andauernd trocken-heiße Witterung auf die Landwirte in Niedersachsens finden Sie hier. 

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