Darsteller der Bielefelder Schergen demonstrierten unter anderem eine Schandgeige

Leben wie im Mittelalter

Genossen die Sonnenstrahlen am Mittelalterhaus Nienover: Akteure der Gruppe Bielefelder Schergen. Bei der Person links im Bild wird eine Schandgeige dargestellt, an der Verurteilte zur Schau gestellt wurden. Foto: Schmidt-Hagemeyer

Nienover. Spaziergängern, die an den Ostertagen am Mittelalterhaus Nienover nahe des Schlosses vorbei kamen, bot sich ein Blick in die Vergangenheit.

Die Bielefelder Schergen hatten sich in dem nach archäologischen Ausgrabungen rekonstruierten Haus der versunkenen Stadt Nienover eingerichtet, um das Leben der Gerichtsdiener Mitte des 13. Jahrhunderts nachzuleben. Während man unter Schergen heute jemanden versteht, der im Dienste eines Schurken steht, waren die Schergen im Mittelalter eine Mischung zwischen Polizei und Gerichtsdienern.

Hohn und Spott ausgesetzt

Nach einem Urteilsspruch – etwa durch den Rat der Stadt oder den zuständigen Grafen – hatten sie für die Umsetzung der Strafen zu sorgen. Bei geringeren Vergehen wurde der Verurteilte beispielsweise mit einer hölzernen Schandgeige umher geführt und war so öffentlichem Spott und Hohn ausgesetzt.

Zu den härteren Strafen gehörten Verstümmelungen, wie zum Beispiel das Abschlagen der Schwurhand nach einem Meineid. Von der Bevölkerung seien die Schergen im Mittelalter nicht gern gesehen worden, erfuhren die Besucher. Etwa im Gasthaus habe sich niemand gern neben sie gesetzt.

Interessierte möglichst historisch korrekt zu informieren, ist ein Ziel der Mittelaltergruppe aus Bielefeld. Die sechs Erwachsenen und drei Kinder, die am Wochenende in Nienover waren, schätzen am Mittelalterhaus die Möglichkeit, das alltägliche Leben von damals nachzuempfinden. Dafür böte das Haus eine einmalige Gelegenheit, hieß es. Zu Pfingsten will die Gruppe zum Thema Fechten wiederkommen. (shx)

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