Schlarper erhalten von Gledebeckern 25 Silbertaler für die Überlassung des Dorfes

Lehens-Urkunde besiegelt

Mit einer Urkunde besiegelt: Zur 700-Jahr-Feier des Heidelbeerdorfes Schlarpe besiegelten Stefan Bense (vorn von links) aus Gladebeck und Heinz Kühn aus Schlarpe vor einer Bürgerabordnung aus beiden Orten eine Lehensurkunde. Fotos: Dumnitz

Schlarpe. Jetzt ist es „amtlich“ – mit der Besiegelung einer Lehens-Urkunde über das Dorf Schlarpe an Ritter Heydenrike aus Gladebeck, wurde am Dienstag, 11. August, symbolisch besiegelt, was vor 700 Jahren auf den Tag genau in einem Schriftstück dokumentiert worden war.

Ortsheimatpfleger Heinz Kühn fand vor einiger Zeit ein Schriftstück, in dem der Dorfnahme mit Datum 11. August 1315 genannt worden ist. Dieses Datum wurde dann für die 700-Jahr-Feier genommen. Gefeiert wurde Mitte Juli zusammen mit dem Heidelbeerfest im Dorfgemeinschaftshaus (wir berichteten). Vermutlich sei das Bollert-Dorf aber noch viel älter als nur 700 Jahre, sagte Uslars Stadtarchivar Daniel Althaus bei der Feier in seinem Festvortrag. Die Erwähnung setzt voraus, dass der Ort oder zumindest eine Ansiedlung von Menschen schon bestanden haben muss.

Kranzniederlegung

Begonnen haben die Feierlichkeiten am Tag der urkundlichen Erwähnung am Dienstag mit einer Kranzniederlegung von Einwohnern und Vereinsvertretern am Ehrenmal des Dorfes. Für Musik sorgten die Akteure des Spielmannszuges Bollensen.

Im Dorfgemeinschaftshaus kündigte dann Festmoderator Marc Wunderlich den Besuch einer Abordnung aus Gladebeck an. Der Hardegser Ortsteil feierte im Juli sein 1000-jähriges Bestehen unter anderem mit einem mittelalterlichen Handwerkermarkt und einem Festumzug. Im Jubiläumsjahr des Dorfes wurde ordentlich gefeiert und außerdem das Pfingstreiten wiederbelebt.

Stefan Bense vom Festausschuss war in historischer Tracht als Ritter Heydenrike mit seinem Gefolge angereist, um die Lehens-Urkunde zu besiegeln. Auch der Schlarper Ortsheimatpfleger und Vorsitzende des Heimatvereins, Heinz Kühn, erschien in historischer Tracht mit Gefolgsleuten auf dem mit vielen Gästen gut besetzten Saal im Dorf.

Dort wurde dann vor den Augen der Gäste die Urkunde (siehe Hintergrund links) verlesen und besiegelt. Ritter Heydenrike übergab anschließend ein mit einem Dutzend Gladebecker Silbertalern gefülltes Säckchen an Kühn als Albrecht, Herzog von Braunschweig, was mit einem kräftigen Applaus der Festgäste belohnt wurde. Zum Gefolge gehörten Jürgen Steckel, Dietmar Schöbeck, Annika Wilke und Nils Wilke und Norbert Rackwitz.

Abschluss der Feierlichkeiten

Fazit von Heinz Kühn: Das war eine gelungene Veranstaltung mit gut gelaunten Gästen bei Freigetränken und der Abschluss der Feierlichkeiten zum 700-jährigen Bestehens.

Kühn will jetzt noch der Frage nachgehen, welchen Wert damals eigentlich 25 Mark reinen Silbers hatten. „Das war bestimmt viel Land und Vieh wert“, vermutet der Heimatpfleger. SIEHE HINTERGRUND LINKS

Von Jürgen Dumnitz

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