Keine Sanierung

Ausschuss-Votum: Loch in Brücke bei Delliehausen soll bleiben

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Es wächst schon Gras drüber: Das Bild zeigt das Loch in der Brücke bei Delliehausen, im Hintergrund führt im Wald die Straße von Delliehausen über den Sender nach Espol.  

Das Loch in der kleinen Brücke über den Rehbach am Röbbeck bei Delliehausen soll weiter klaffen. Der Bau- und Brandschutzausschuss der Stadt Uslar votierte dafür, nichts zu machen.

Insbesondere Uslars Bürgermeister Torsten Bauer (CDU) hatte sich für einen Neubau stark gemacht. Zur Diskussion stellte die Verwaltung dabei zwei Varianten: Abriss und Neubau des Durchlasses für rund 81.000 Euro beziehungsweise Abriss und Bau eines Überwegs für Wanderer und Radfahrer für rund 71.000 Euro. Als dritte Variante gab es auch noch die Möglichkeit, den Übergang abzureißen und den Bachabschnitt zu renaturieren.

Bauer warnte eindringlich vor der sogenannten Null-Lösung, die bereits seit zehn Jahren praktiziert wird. „Wenn wir nichts unternehmen, wird das langfristig mindestens 50.000 Euro kosten.“ Er begründete dies insbesondere mit möglichen Auflagen durch den Landkreis Northeim.

Bauamtsleiter Volker Mäder wies darauf hin, dass die Brücke angesichts ihres Alters von 80 bis 100 Jahren nicht mehr zu reparieren sei. Sorgen bereiten ihm insbesondere die Stahlträger, die nie mit Rostschutzmitteln behandelt worden seien.

Für die Null-Lösung machten sich unter anderem Bernd Reinke (CDU) und Mathias Figge (SPD) wegen hoher Kosten für einen Neubau stark. Volker Ruwisch (Grüne) hätte sich auch einen Brückenneubau vorstellen können. Vor der Abstimmung hatten die Fraktionen noch die Sitzung für fünf Minuten unterbrochen, um sich kurz abzustimmen.

„Wir haben schon 11.000 Euro an Ingenieur-Kosten verbraten“, ärgerte sich der stellvertretende Ortsbürgermeister von Delliehausen, Guido Böckelmann. Er verfolgte zusammen mit Ortsbürgermeisterin Mareile Molthan die Sitzung als Zuschauer. Das Schicksal der Brücke wird auch Thema in der nächsten Ortsratssitzung von Delliehausen sein, die noch vor Weihnachten stattfinden soll.

Für die Autofahrer, die die Senderstraße regelmäßig nutzen, bleibt es nach dem Votum des Bauausschusses erst einmal alles beim Alten. Wenn sie Richtung Espol fahren, sehen sie plötzlich mitten in der Wiesenidylle Absperrbaken, und nachts leuchten ihnen unvermutet die Warnblinklichter entgegen.

Und Wanderer und Radfahrer werden weiter die Absperrungen umgehen und die Brücke vorsichtig am Loch vorbeigehend nutzen. Die Fortsetzung der Posse wird sicherlich noch für viele Diskussionen sorgen. 

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