Lufträder mit Toprendite

Uslar. Windkraftanlagen gehören heute fest ins Landschaftsbild. Von den Alpen bis zur Küste. Das war nicht immer so: Als das Anlagen-Quartett auf dem Sömmerling vor über zwölf Jahren geplant wurde, regte sich Widerstand im Uslarer Land.

Mittlerweile sind die weithin sichtbaren Kraftwerke von regenerativer Energie akzeptiert, sagt Wolfgang Ernst (Uslar) als einer der vier Geschäftsführer der Windkraft Uslar GmbH & Co. KG. Er zog eine positive Zwischenbilanz.

„Die Anlage läuft und läuft und läuft“, sagt er im Gespräch mit der HNA in Anlehnung an einen Werbespruch von VW zum Erfolgsmodell des Käfers. Die Gesellschafter haben damals 2,4 Millionen Euro aufgebracht und erzielen durch die Einspeisung des durch den Wind erzeugten Stroms ins öffentliche Netz eine „weitaus bessere Rendite, als mit jedem Sparbuch“, berichtet Ernst.

Der Standort auf dem 252 Meter hohen Sömmerling ist nicht optimal für die Stromerzeugung durch Wind. Da gebe es bessere in der Region. Die Strommenge aus dem Jahresmittel reiche jedoch bei einem Durchschnittsverbrauch von 3600 Kilowattstunden für die Versorgung von etwa 740 Haushalten (siehe Hintergrund). Allein im vergangenen Dezember wurden durch den Wind 135 000 Kilowattstunden erzeugt.

Drei der Enercon-Anlagen mit jeweils 600 Kilowattstunden Leistung gingen 2000 in Betrieb, eine weitere ein Jahr später.

Die Öko-Bilanz kann sich sehen lassen: Laut Wolfgang Ernst wurden für die 26,5 Millionen Kilowattstunden Öko-Strom jeweils 9,1 Cent pro Kilowattstunde eingenommen und rund 16 000 Tonnen CO2 (Treibhausgas) eingespart.

Bisher liefen alle vier Windräder störungsfrei. Nur ein Rotorensatz musste 2002 nach einem Blitzschlag ausgetauscht werden. Problemlos haben die Räder sich bei dem Jahrhundertsturm Kyrill Anfang 2007 gedreht und dabei kräftig Strom erzeugt. Damals seien Geschwindigkeiten bis zu 135 Stundenkilometer gemessen worden. Erst bei Windgeschwindigkeiten von über 150 Stundenkilometern würden sich die Windräder durch das Verdrehen der Rotorblätter selbst sichern.

Drei Windräder einschließlich der Grundstücke sind im Besitz der Gesellschaft, eines steht auf Privatgrund. Verwaltet werden alle zentral von der Firma Enercon GmbH (Scherfede/Warburg). Rund 10 000 Euro kostet die Unterhaltung und Wartung jährlich, berichtet Wolfgang Ernst.

Angelegt ist das Sömmerling-Windrad-Projekt auf 20 Jahre. Doch Ernst ist sich sicher, dass die Windräder noch viel länger Ökostrom für die Menschen in der Region liefern. Es sei damals eine guter Weg gewesen, sich für die Energieversorgung vor Ort zu entscheiden.

Von Jürgen Dumnitz

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