Mut machen für das Mehrgenerationenhaus

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So sieht es aus: Hildegard Schooß (rechts) ist Gründerin des SOS-Mütterzentrums als Mehrgenerationenhaus in Salzgitter. Sie stellte das Projekt in der Schlarper Dorfgemeinschaftsanlage vor 50 Zuhörern vor und beantwortete anschließend Fragen.

Schlarpe. Nein-Sager und Bedenkenträger haben das erste Mehrgenerationenhaus in Deutschland von der Idee vor 30 Jahren bis heute begleitet.

Davon dürfe man sich aber nicht abschrecken lassen, sagte Hildegard Schooß (67) als Initiatorin des SOS-Mütterzentrums in Salzgitter am Donnerstag vor 50 Zuhörern in der Schlarper Dorfgemeinschaftsanlage.

Die Referentin machte den Menschen in der Bollert-Region Mut für ein offenes Haus mit viel sozialer Arbeit und Kompetenz nach dem Vorbild der Großstadt Salzgitter. Man müsse das mittlerweile fest ins Leben der Menschen ihrer Stadt etablierte Konzept ja nicht eins zu eins umsetzen. Nötig sei auch keine vorausgehende Standortanalyse.

Man müsse die Sozialkompetenz der Leute vor Ort, die sich von Anfang an nach ihren Möglichkeiten engagieren wollen, nutzen und flexibel reagieren, damit sich ein solches Haus stetig entwickeln kann.

Die Bürgerinitiative Bollert-Dörfer mit Vertretern aus Delliehausen, Gierswalde, Volpriehausen und Schlarpe will sich in diesem Jahr verstärkt um die Realisierung eines solchen Mehrgenerationenhauses in der Bollert-Region bemühen. Für eine lebendige Dorfgemeinschaft und ein Mehr an Miteinander.

Hildegard Schooß ist Ideengeberin für das Konzept der Mehrgenerationenhäuser in der Republik. Sie ist Beraterin und Trainerin für Träger und Aktive in intergenerativen Projekten und Einrichtungen. Das Konzept aus Salzgitter ist in über 15 Länder übertragen, bundesweit gibt es heute über 500 solcher Einrichtungen.

Austausch sozialer Kompetenz

Die von den Menschen selbst verwalteten Häuser basieren auf dem Austausch von sozialen und ökonomischen Dienstleistungen, wie zum Beispiel bei der Kinderbetreuung, häuslichen Pflege- und Einkaufsdiensten sowie Fortbildungs- und Freizeitangeboten. Selbst für die Bollert-Dörfer mit rund 2000 Bewohnern könne ein offenes Mehrgenerationenhaus funktionieren, wenn man es auf die örtlichen Möglichkeiten herunterbricht, sagte Schooß.

Alle Beteiligten müssen alles miterleben und mitgestalten, das sei wichtig, weil sich daraus auch Finanzierungsmöglichkeiten für Einzelprojekte ergeben.

Ehrenamt könne so mit neuen Arbeitsplätzen verbunden werden, für die es Fördergeld von verschiedenen Stellen gibt. Denn das Ziel der Initiativen müsse sein, dass sich ein regionales Mehrgenerationenhaus wirtschaftlich trage. Das Geheimnis für einen Startversuch sei, dass man sich kompetent traut, sich für andere einzusetzen.

Gefragt wurde unter anderem nach der Finanzierung und der Dauer, bis es läuft: Da seien Ideen nötig und ein langer Atem, sagte Hildegard Schooß.

Seit Freitag und noch bis zum morgigen Sonntag beraten Bollert-Einwohner im Landhotel Am Rothenberg in einer Ideenwerkstatt über Realisierungsmöglichkeiten.

Von Jürgen Dumnitz

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