SPD will im Freibad investieren – Bürgermeister bezweifelt die Wirtschaftlichkeit

Mehrheit für Photovoltaik

Idyllisch gelegen und vielleicht für eine Photovoltaikanlage geeignet: Das Bodenfelder Freibad am Nienoverer Weg. Archivfoto: Dumnitz

Bodenfelde. Nach längerer Diskussion hat sich der Bodenfelder Ausschuss für Jugend, Soziales und Sport am Dienstag für den Bau einer Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung auf dem Dach des Freibade ausgesprochen.

Den Antrag für das Vorhaben hatte die SPD-Fraktion eingereicht, deren Mehrheit im Ausschuss sich am Dienstag durchsetzte. Die beiden Vertreter der Neuen Gruppe Bodenfelde waren dagegen, ebenso wie Bürgermeister Mirko von Pietrowski, der im Ausschuss allerdings kein Stimmrecht hat.

Das Geld für das Vorhaben wollen die Befürworter aus dem Fördergeldtopf nehmen, den der Flecken aus der im Frühjahr vom Bund beschlossenen milliardenschweren Investitionsinitiative zu erwarten hat. Über die Länder soll ein Teil Geldes an die Kommunen verteilt werden. 50 000 Euro hat die Gemeinde Bodenfelde bis 2018 zu erwarten. 20 000 Euro will die SPD-Fraktion aus diesem Topf in eine Photovoltaikanlage investieren.

Bürgermeister Mirko von Pietrowski bezweifelte die Wirtschaftlichkeit einer solchen Anlage angesichts der zurückgefahrenen Einspeisevergütung für Strom ins öffentliche Netz. Eine Photovoltaikanlage sei umso wirtschaftlicher, je mehr Strom durch Eigenverbrauch gespart werden könne, argumentierte er. Das Freibad, in dem hauptsächlich die Umwälzpumpen Strom verbrauchen, sei jedoch nur zwischen Mai und September in Betrieb. Außerhalb der Saison gebe es keinen nennenswerten Stromverbrauch.

Geld wird gebraucht

Aus Sicht des Bürgermeisters wird das Geld an anderer Stelle dringender gebraucht und zwar für die Kindergärten. Nötig sind laut von Pietrowski neue Fenster im Kindergarten Bodenfelde und im Kindergarten Wahmbeck. Außerdem sollen am Kindergarten Wahmbeck die Außenanlagen erneuert werden.

Doch diese Argumentation überzeugte am Dienstag nicht. Allerdings ist die Sache noch nicht entschieden, da der Ausschuss nur empfehlen kann.

Aufgegriffen wurde von dem Gremium eine zweite Idee zur Nutzung der Sonnenenergie. Der Vorschlag, im Freibad eine Solaranlage zur Wassererwärmung einzubauen, hatte zwar als Alternative zur Photovoltaikanlage keine Chance, soll nun aber zusätzlich in Betracht gezogen werden.

Das Problem: Eine solche 66 000 Euro teure Anlage darf laut den Regeln nicht aus dem gleichen Fördergeldtopf bezahlt werden.

Infrage kommt aber ein anderes Programm, für das der Antrag allerdings bis Mitte November gestellt werden muss. Einstimmig entschied der Ausschuss, dass die Verwaltung diesen Antrag umgehend stellen soll. (shx)

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