Kirchengemeinde Volpriehausen verabschiedet Pastorin Gisela Waßmuth-Kahle

Abschiedsgottesdienst: Mit Superintendentin Stephanie von Lingen (links) trat Pastorin Gisela Waßmuth-Kahle aus der Kirche. Foto: Porath

Volpriehausen. Fast schien es, als wolle die Gemeinde Gisela Waßmuth-Kahle gar nicht gehen lassen. In einem bewegenden Gottesdienst mit viel Musik und Applaus gab es lobende Worte für die Pastorin, die nach 38 Berufsjahren, darunter 13 Jahren in Volpriehausen, in den Ruhestand geht.

Waßmuth-Kahle habe sich Zeit ihres Berufslebens den Menschen zugewandt, besonders in schwierigen Lebenssituationen, würdigte Superintendentin Stephanie von Lingen die Arbeit der Pastorin. Sie sei im Kollegenkreis beliebt, auch weil sie sich immer wieder für Kollegen eingesetzt habe.

Insgesamt sei ihre Arbeit auf fruchtbaren Boden gefallen. Das zeige der Zusammenschluss mit der Gemeinde Gierswalde im Jahr 2008 und 2012 mit Schlarpe und Delliehausen. Zuletzt sei 2015 die Vereinigung mit der St. Martini-Gemeinde in Bollensen gelungen. Damit sei Waßmuth-Kahle auch zu verdanken, dass die Pfarrstelle in Volpriehausen wieder als volle Stelle ausgeschrieben werden könne.

Von Lingen hob hervor, dass die Pastorin in ihrer Gemeinde ein bemerkenswertes Jahresprogramm aufgestellt habe, mit zahlreichen Gottesdiensten auf Veranstaltungen wie der Sportwoche oder dem Meilerfest und im Schwimmbad.

Auch habe sie viel Musik in die Kirche geholt. Mit den „Mini-Konfis“ habe sie ein neues Modell des Konfirmandenunterrichts geschaffen, das jetzt fortgeführt werden könne. Vieles Gute sei gewachsen, auch im Verborgenen. Wo es Risse gegeben habe, habe man gemeinsam konstruktive Lösungen im Gespräch gesucht

Arbeit im Team

Eine Taktikerin sei sie nicht, sondern sage, was sie denke, gab Kirchenvorstandsvorsitzende Anja Kohrs ihrer Pastorin mit auf den Weg. Sie habe immer ein Gespür für die richtigen Worte und viel Einfühlungsvermögen bewiesen. Der Kirchenvorstand sei mit ihr, die immer mit angepackt habe, zu einem guten Team zusammengewachsen und so seien viele Freundschaften entstanden.

Das sieht auch die Pastorin so, die sich bei allen Ehrenamtlichen bedankte, die Garanten der Kirchengemeinde seien. Sie werde viele besondere Ereignisse in Erinnerung behalten, wie ihre Kranfahrt, als die Fahne mit dem Kreuz wieder auf die Spitze des Kirchturms gesetzt wurde und die Gottesdienste als wichtigste Begegnung der Gemeinschaft, sagte sie gegenüber der HNA. Auch die eher unerfreulichen Dinge hätten sie gestärkt und zu etwas Gutem geführt.

Ihre Hobbys wie Schwimmen, Wandern oder Schreiben werde sie auch im Ruhestand weiter betreiben und endlich den Schriftsteller Navid Kermani lesen. Das alles, wenn möglich, im Solling, den sie und ihre Familie liebten. Ihrem Nachfolger wünscht sie, dass sich die gute Zusammenarbeit der Kirchengemeinden fortsetze, die fünf Kirchen zu „fünf Freunden“ werden. (zyp)

ZUR PERSON

Gisela Waßmuth-Kahle (65) ist in Elgershausen bei Kassel geboren. Sie studierte Theologie in Göttingen und wurde 1978 in Heiligendorf bei Wolfsburg ordiniert. Nach der Geburt des dritten Kindes zog die Familie 1987 nach Moringen und die Pastorin ging für fünf Jahre in Erziehungsurlaub.

Von 1992 bis 1995 war sie Schulpastorin mit halber Stelle an der Paul-Gerhardt-Schule in Dassel und von 1995 bis 2003 Pastorin in den Einbecker Ortschaften Dassenen, Wellersen, Rotenkirchen, Hullersen, Holtensen und Kohnsen. Am 2. Februar 2003 wurde sie in die Pfarrstelle Volpriehausen eingeführt. Seit 2008 versorgt sie zusätzlich die Kirchengemeinde Bollensen. (zyp)

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