Wirtschaftsausschuss empfiehlt 1,7 Mio.-Investition

Millionen-Projekt im Uslarer Land fürs Klimaziel

Könnte Vorbildcharakter für alle Uslarer Ortsteile haben: Die kürzlich eingeweihte Mobilitätsstation am Bahnhof in Offensen, hier mit Uslars Stadtwerkechef Martin Adolph (links) im Gespräch mit einem Offenser.
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Könnte Vorbildcharakter für alle Uslarer Ortsteile haben: Die kürzlich eingeweihte Mobilitätsstation am Bahnhof in Offensen, hier mit Uslars Stadtwerkechef Martin Adolph (links) im Gespräch mit einem Offenser.

Uslar – Unter dem Titel „Klimaschutz durch Radverkehr“ (Klima+UslarRad-Stark) setzen die Mitglieder des Wirtschafts-, Umwelt- und Entwicklungsausschusses der Stadt Uslar einstimmig auf ein rund 1,7 Millionen Euro Investitionsprojekt, das auf vier Jahre angelegt ist. 80 Prozent der Kosten könnten durch ein Förderprogramm finanziert werden, den Rest muss die Stadt tragen.

In der öffentlichen Sitzung des Fachausschusses wurde das einmütige Votum nach einem vom Klimamanager der Stadt, Nils Ritter-Fiebekorn, nur teilweise vorgestellten Projektablauf zugestimmt. Ratsfrau Heidemarie Steingräber (UWG) würgte den Vortrag von Ritter-Fiebekorn vor 14 Zuhörern ab, weil der Inhalt allen Ausschussmitgliedern vorlag und das Thema auch schon in den politischen Fraktionen beraten worden sei, sagte sie zur Begründung. Der Ausschuss folgte dem Antrag und stimmte fix ab.

Sollte eine Bewilligung erfolgen, müssten die Kosten noch in den folgenden Haushalten der Stadt eingearbeitet werden. Ritter-Fiebekorn hält eine Umsetzung der Vorhaben als unumgänglich, wenn die Stadt ihr selbst gestecktes Klimaziel bis 2030 erreichen wolle. Er setzt in dem Projekt unter anderem auf Klimaschutz durch Radverkehr und somit auf die Verbesserung von Radwegen im Bereich Leine-Weser (Sanierung und eine Radwegbeleuchtung per Fotovoltaikanlagen), die Errichtung von witterungsgeschützten Raststationen (mit PV-Strom für E-Bike-Ladestation und Verkaufsautomaten etwa für Regionalprodukte), Mobilitätsstationen etwa an der Graft und am Bahnhof Allershausen nach dem Vorbild des Pilotprojektes am Bahnhof Offensen als sichere E-Bike-Unterstellmöglichkeit sowie auf 19 E-Ladestationen mit insgesamt 110 Abstelleinheiten in Uslar und den Ortsteilen.

Ziel sei eine Mobilität ohne Auto und die deutliche Einsparung von CO2 zum Erreichen der Klimaziele. Die Menschen im Uslarer Land müssten die Freiheit einer Wahl für ihre nötige Mobilität haben, sagte der Klimamanager.

Nils Ritter-Fiebekorn sagte, dass er sich ein Votum aus allen Ortsräten nach Gesprächen geholt habe. Tenor sei, dass man in den Dörfern prüfen wolle, wo tatsächlich Bedarf ist. Offenbar würden nicht überall große Lösungen gebraucht. Aber die von ihm zusammengestellten Steckbriefe könnten Anhaltspunkte für eine mögliche Realisierung sein. Grundlage soll der Förderantrag zu dem 1,7 Millionen-Euro-Projekt sein.

Fördergeld gebe es für Maßnahmen, die die Klimaneutralität der Stadt zum Ziel haben, hieß es weiter. Dennoch hat der Fachausschuss empfohlen, dass die möglichen Maßnahmen sich am Bedarf orientieren. Nirgends sollte etwas stehen, was weder die Einwohner noch Touristen nutzen.

Somit könnte die Investition tatsächlich niedriger ausfallen, die 80-Prozent-Förderung aber bleibe, betonte auch Bürgermeister Torsten Bauer im Ausschuss.

Von Jürgen Dumnitz

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