Landkreis bietet 2015 wieder Programm für Gruppen, Schüler und Teamtraining

Mittelalter zum Anfassen

Handel am Mittelalterhaus: Die Gruppe Furor Normannicus mit Alexander Wank (rechts) und Karsten Fritsche beschäftigte sich zuletzt mit dem Backen von Brot und Pasteten. Foto: Schneider

Nienover. Das Mittelalterhaus in Nienover ist nicht nur stummer Zeuge von der einst blühenden Mittelalterstadt, die das heute kleine Dorf Nienover damals war. Das Haus, das als Rekonstruktion eines Stadthauses um 1230 auf den Fundamenten eines archäologischen Befundes steht, ist seit seiner Fertigstellung im Jahr 2008 im Sommerhalbjahr oft mit mittelalterlichem Leben erfüllt.

Dazu tragen vor allem Gruppen bei, die wie im Mittelalter leben. Mittlerweile besuchen darüber hinaus während der Woche Schulklassen das Haus, werden von Natur- und Erlebnispädagogen betreut. Und: Erstmals wurden dieses Jahr auch Teamtraining angeboten und angenommen: Die Gruppen konnten ihre sozialen Kompetenzen rund um das Kochen und Backen, den Bogen- oder Möbelbau oder auch beim Aufbau der Jurte entdecken, berichtet Landkreis-Sprecher Dirk Niemeyer. Im Gebrauch sind Repliken der mittelalterlichen Keramiken aus den Ausgrabungen vor Ort, die im rekonstruierten Mittelalterofen in Fredelsloh gebrannt wurden.

Übernachten in der Jurte

Auch im nächsten Jahr sind wieder Belebungen an den Wochenenden geplant. Ebenso können während der Woche Schulklassen, Teams oder andere Gruppen unter Anleitung das Gelände nutzen. Übernachtungen sind dabei in passenden Jurten zu planen. Landkreis-Sprecher Niemeyer: „Die Moderne bleibt dabei möglichst außen vor.“ Im diesem Jahr waren insgesamt zehn Mittelalter-Gruppen an Wochenenden vor Ort. Für sie ist das Mittelalterhaus zu einem Anlaufpunkt geworden.

Sie nähern sich dem 13. Jahrhundert auf unterschiedliche Art und Weise. Es geht meistens um den Alltag und das Handwerk. In diesem Jahr haben zehn solcher so genannte Reenactment-Gruppen – manche gleich zweimal – aus dem ganzen Bundesgebiet in Nienover die Reise in die Vergangenheit angetreten, schildert Landkreis-Sprecher Dirk Niemeyer.

Wichtig ist allen Mittelalter-Gruppen, dass Besucher an diesen Wochenenden wissenswertes aus einer Zeit erfahren, in der an offenen Feuerstellen in Kugeltöpfen gekocht und die Kleidung mit Kräutern oder Gehölzteilen gefärbt wurde.

Zuletzt weilte die Gruppe Furor Normannicus in Nienover, eine Interessengemeinschaft, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Zeit der Normannen im Hochmittelalter wiederaufleben zu lassen. Die Akteure kommen hauptsächlich aus dem Raum Dorsten und waren schon zum vierten Mal in Nienover. Karsten und Torsten Fritsche sowie Alexander Wank schwärmten von der Location: „Nienover ist wie ein Geschenk.“

Die Gruppe konzentrierte sich diesmal aufs Essen und probierte verschiedene Rezepte im Backofen zum Thema Brot und Pasteten aus. Nien-over biete zudem gute Gelegenheit, sich ach einmal zurückzuziehen und das eigene Handwerkszeug zu pflegen. Auch das sei anschaulich. (fsd) Mehr über die Angebote und den Veranstaltungskalender 2015 im Mittelalterhaus Nien-over ist auf der Internetseite unter www.mittelalterhaus-nienover.de zu finden.

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