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Müll in falschen Tonnen: Beschwerden über wilde Entsorgung

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Von: Jürgen Dumnitz

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Landet im großen Container: Der im Uslarer Stadtgebiet aus den öffentlichen Mülleimern aufgeladene Restmüll wird auf dem Bauhofgelände in großen Containern mit Platz für sieben Kubikmeter entsorgt. FOTOS: JÜRGEN DUMNITZ
Landet im großen Container: Der im Uslarer Stadtgebiet aus den öffentlichen Mülleimern aufgeladene Restmüll wird auf dem Bauhofgelände in großen Containern mit Platz für sieben Kubikmeter entsorgt. FOTOS: JÜRGEN DUMNITZ © JÜRGEN DUMNITZ

Uslar – Im vergangenen Jahr wurde in etlichen öffentlichen Ortsratssitzungen über die nicht legale Entsorgung von Haus- und Restmüll geklagt. Kritisiert wurde aber nicht nur die verbotene Entsorgung von Bauschutt und Grünschnitt an Böschungen in der Nähe von Parkflächen oder am Waldrand, sondern auch die offensichtliche Zweckentfremdung von Mülltonnen an Rastplätzen, Bushaltestellen, Gehwegen und Spielplätzen.

Und sogar im Bereich der Uslarer Innenstadt. Da gebe es Zeitgenossen, die die öffentlichen Müllbehälter, die regelmäßig von Mitarbeitern des städtischen Bauhofs geleert werden, mit randvollen Restmülltüten vollstopfen, die eigentlich über die eigene (und kostenpflichtige) Hausmülltonne zu entsorgen sind.

Eine Zeit lang fiel auf, dass eine bestimmte Tonne über etwa ein halbes Jahr fast ausschließlich mit Windeln für Erwachsene vollgestopft war. Offensichtlich hatte jemand in der Nähe des Abfallbehälters zuhause einen Pflegefall und nicht genügend Platz in seiner Restmülltonne.

Nur ein Beispiel: Dieser Mülleimer an der Zigarrenmacherstraße im Uslarer Stadtgebiet quillt oft schon kurze Zeit nach der Leerung wieder über. Manchmal liegen an der Laterne auch gelbe Säcke mit einem Mitnahme-Verweigerungsaufkleber der Entsorgungsfirma, die damit den falschen Inhalt deklarierte.
Nur ein Beispiel: Dieser Mülleimer an der Zigarrenmacherstraße im Uslarer Stadtgebiet quillt oft schon kurze Zeit nach der Leerung wieder über. Manchmal liegen an der Laterne auch gelbe Säcke mit einem Mitnahme-Verweigerungsaufkleber der Entsorgungsfirma, die damit den falschen Inhalt deklarierte. © Jürgen Dumnitz

Hängen bleibt die ordnungsgemäße Entsorgung am Bauhof, der das mit Steuergeld aus dem Stadtsäckel finanziert. Es komme einiges pro Jahr zusammen, was der Bauhof für uneinsichtige Zeitgenossen entsorgen müsse, bestätigte Bauhofleiter Bernhard Simon auf Anfrage. Pro Jahr würden 20 bis 25 Container mit sieben Kubikmeter Inhalt gefüllt und über den Landkreis entsorgt.

Das koste pro Container (je nach Gewicht) 600 bis 700 Euro – pro Jahr 10 000 bis rund 18 000 Euro. Achtlos weggeworfen werden neben Restmüll zudem Glas- und Plastikflaschen, für die es bei Rückgabe in den Märkten sogar noch Pfand gibt.

Meist sei in den blauen, gelben oder grauen Müllsäcken aber tatsächlich ausschließlich Restmüll drin, den niemand beim Spaziergang mit sich führe. Denn für diese Dinge wie Taschentücher, Zigarettenkippen, Kekstüten oder ähnliches sowie Hundedreck in Tüten sind die Mülleimer im öffentlichen Bereich eigentlich gedacht.

Bernhard Simon ist sich sicher, dass die Leute die Standorte der Müllbehälter kennen und die Stellen gezielt ansteuern. Schwerpunkte gebe es an der Wiesenstraße, am Fußweg Bella Clava und im Kleinen Feld nahe der katholischen Kirche.

Gleicher Ansicht waren auch die Leute in den Ortsräten. Man sehe das öfter, aber meist seien die Müll-Touristen so schnell, wie sie auftauchen, auch wieder weg. Simon bestätigt, dass nur manchmal sogar mit Unterstützung durch die Polizei versucht werde, einen Täter zu ermitteln. Das sei aber schwierig.

Und so bleibt die Forderung der Ortsräte zwischen Delliehausen und Schönhagen, Fürstenhagen und Eschershausen, dass man Verstöße melden soll, nur wenn jemand „auf frischer Tat“ ertappt werde, könne man ermitteln und vorgehen.

Gleichzeitig appelliere man an die Vernunft der Leute. Wenn der Platz in der eigenen Mülltonne nicht ausreiche, müsse man sich eine größere Tonne beim Landkreis bestellen (und bezahlen) oder einfach weniger Müll verursachen.

Von Jürgen Dumnitz

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