Nahwärme in Sohlingen noch vor dem Weihnachtsfest

Feinarbeit bei der Platzierung: Bauarbeiter sorgten in Zusammenarbeit mit dem Kranführer dafür, dass der acht Meter hohe Wärmespeicher für das Sohlinger Nahwärmenetz richtig auf dem Betonfundament abgestellt und verschraubt wurde.

Sohlingen. Für einen Wärmevorrat von zwei bis drei Tagen soll der neue Wärmespeicher sorgen, der am Dienstagmorgen mit Hilfe von zwei Schwerlastkränen an der Biogasanlage Gebauer in Sohlingen aufgestellt wurde.

Der 9,7 Tonnen schwere Metalltank mit 20 Zentimeter dicker Isolierung hat laut Hartmut Ische von der Nahversorgungs-Gesellschaft ein Speichervolumen von 60 000 Litern.

Vor allem in der Nacht nicht abgerufene Wärme soll in dem Speicher gelagert werden. Produziert wurde der Tank laut Ronald Hylla von der Firma Jakob Schweißtechnik (Einbeck) in Heidenau bei Dresden.

Über Pumpen an den beiden Biogasanlagen und am neu installierten Leitungsnetz in der Erde werde so gewährleistet, dass jeder ans Netz angeschlossene Haushalt mit der benötigten Wärme versorgt werden kann, sagte Ische.

Als Reserve für besonders kalte Tage stehe zusätzlich ein 1000 Kilowatt-Ölkessel bereit, der anspringt, um die Wärmeversorgung sicherzustellen. Noch vor Weihnachten soll der bereits verlegte Leitungsnetz-Teil im Ahledorf mit Wärme gefüllt werden, damit die ersten zehn Haushalte damit heizen können.

70 Anschlüsse sind möglich 

Bisher gibt es Verträge mit 53 Hauseigentümern, sagte Ische weiter. Durch die Größe der Anlage gebe es aber genügend Wärme durch den Betrieb der beiden Biogasanlagen Krämer und Gebauer für bis zu 70 Anschlüsse.

Wer also noch Interesse an der Versorgung durch Nahwärme hat, soll sich bei Hartmut Ische (Telefon 05571-7161) melden.

Die Verlegearbeiten für das Nahwärme-Leitungsnetz sollen laut Hartmut Ische in der kommenden Woche unterbrochen werden. Die Baustellen im Dorf würden so vorbereitet, dass der Winter kommen kann. Im Frühjahr werde je nach Witterung weiter an dem Leitungsnetz gebaut, dass über die Bleichstraße auch die Häuser im Oberdorf versorgen soll.

Während der Winterpause falle auch die Ampelregelung auf der Bundesstraße im Ortsbereich weg. Ische rechnet damit, dass alles bis Ende der Nächsten Woche winterfest ist. Die Kosten für das Sohlinger Nahwärmenetz liegen bei 1,4 Millionen Euro.

HINTERGRUND 

Die Bauarbeiten für das Sohlinger Nahwärmenetz haben Mitte Juli mit dem ersten Spatenstich begonnen. Bisher wollen 53 Hausbesitzer mit Nahwärme über das Leitungsnetz in der Erde mit Wärme versorgt werden. Möglich sind bis zu 70 Anschlüsse.

Für den Betrieb (und die Finanzierung) des 1,4 Millionen Euro teueren Nahwärmenetz wurde eigens eine Genossenschaft gegründet. Die Gründung hatte sich über Jahre hingezogen, weil es viele Hürden bei der Finanzierung gab.

Die zwei seit Jahren laufenden Biogasanlagen werden von den Landwirts-Unternehmen Krämer und Gebauer betrieben. Die Anlagen erzeugen etwa vier Millionen Kilowattstunden Strom (ausreichend für mehr als 850 Haushalte). Und dadurch jedes Jahr 3,5 Millionen Kilowattstunden Wärme, die jetzt dem Nahwärmenetz zur Verfügung steht.

Von Jürgen Dumnitz

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