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Natur erobert Naturerlebnispfad - Forstamt Münden will Anlage bald wieder in Gang bringen-

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Von: Jürgen Dumnitz

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Vernachlässigt: Ein Teil des 1995 eingerichteten Naturerlebnispfades am Rothenberg oberhalb von Schlarpe und Volpriehausen. Die einstige Aussichtsplattform ist gesperrt, die Eule (links) ist der Natur überlassen.
Vernachlässigt: Ein Teil des 1995 eingerichteten Naturerlebnispfades am Rothenberg oberhalb von Schlarpe und Volpriehausen. Die einstige Aussichtsplattform ist gesperrt, die Eule (links) ist der Natur überlassen. © Jürgen Dumnitz

Volpriehausen – Der 1995 eröffnete Naturerlebnispfad am Rothenberg lockte in den vergangenen Jahren Tausende Besucher an, führte sie in die Natur und sorgte für ein besseres Verständnis der ökologischen Zusammenhänge. Doch in jüngster Vergangenheit wurde die für umgerechnet 60 000 Euro errichtete und fünf Kilometer lange Anlage sich selbst überlassen. Teils hat die Natur den Naturerlebnispfad übernommen.

Im Ortsrat Volpriehausen wurde das unter anderem von Ortsratsmitglied Henrik Schwarz beklagt, vor allem weil der Vorzeigepfad ein Pilotprojekt war und die Anlage und Unterhaltung viel Geld gekostet hat.

Doch die Anlage wurde nicht aufgegeben, sagte Michael Rudolph (Clausthal-Zellerfeld) als regionaler Pressesprecher der Niedersächsischen Landesforsten. Grund für die „Vernachlässigung“ seien die missliche Lage durch Stürme, Dürre und Borkenkäfer im Wald, die die gesamten Arbeitskapazitäten der Mitarbeiter des zuständigen Forstamtes Münden in Beschlag genommen hat, sagte Rudolph.

Die Weiterführung der Anlage stehe außer Frage und es gebe in der Revierförsterei Goseplack von Förster Klaus Wolkenhauer (Eschershausen) sogar schon Vorbereitungen für Ergänzungen und Reparaturen, so der Pressesprecher. Der Lehrpfad mitten in der Natur habe sich bewährt und soll in Verantwortung der Landesforsten auch bestehen bleiben.

Unterhaltungsmaßnahmen: Ralf Krannich (links) und Sibylle Susat waren 2006 für den Erlebnispfad am Rothenberg zuständig. ALLE Archivfotos: JÜRGEN DUMNITZ
Unterhaltungsmaßnahmen: Ralf Krannich (links) und Sibylle Susat waren 2006 für den Erlebnispfad am Rothenberg zuständig. ALLE Archivfotos: JÜRGEN DUMNITZ © Jürgen Dumnitz

40 000 Besucher haben den Naturerlebnispfad mit seinen 13 Stationen am Rothenberg seit der Eröffnung bereits besucht, hieß es Anfang 2000. Unter anderem Gäste der örtlichen Gastronomie in Volpriehausen und damals noch vom Goseplack, Weserbergland-Touristen sowie Schulklassen, die bei dem Rundgang die Natur mit allen Sinnen erleben konnten. Das Konzept fürs praktische Erleben hielt Stationen fürs Hören, Fühlen, Sehen und Riechen vor. Einige sind verfallen, andere abgebaut.

Acht Jahre nach der Eröffnung hatte der Pfad im Mai 2004 nichts von seiner Attraktivität eingebüßt. Stationen wurden ergänzt, neue Ideen umgesetzt und eine zuvor gestohlene aus einem Holzstamm geschnitzte Eule erneuert.

Wiedereinweihung: Im September 2007 wurden bei einem Rundgang zahlreiche Neuerungen wie dieses Wissens-Spinnennetz im Wald vorgestellt.
Wiedereinweihung: Im September 2007 wurden bei einem Rundgang zahlreiche Neuerungen wie dieses Wissens-Spinnennetz im Wald vorgestellt. © Jürgen Dumnitz

Der Naturerlebnispfad war sogar Grundlage für eine Diplomarbeit von der damaligen Studentin Dörte Fischer (früher Uslar), die sich mit der touristischen Bedeutung für die Ferienregion Uslarer Land beschäftigte. Etliche Gruppen lernten bei Führungen die Schönheiten der Natur kennen und probierten Klanghölzer, das Balancieren oder eine Duftstation aus.

Arbeitseinsatz: Schüler der Sollingschule Uslar bauten im Juli 2014 mit dem Forstamt Münden und Förster Klaus Wolkenhauer (Sechster von links) ein Insektenhotel.
Arbeitseinsatz: Schüler der Sollingschule Uslar bauten im Juli 2014 mit dem Forstamt Münden und Förster Klaus Wolkenhauer (Sechster von links) ein Insektenhotel. © Jürgen Dumnitz

Im September 2007 wurde die mit großem finanziellen Aufwand zuvor erneuerte Anlage wieder eröffnet, und 2014 wurde in Kooperation mit Schülern der Sollingschule Uslar ein Insektenhotel aufgestellt.

Laut Pressesprecher Rudolph würden das Forstamt Münden und der Revierförster bald wieder dafür sorgen, dass der Naturerlebnispfad in Gang kommt und die Menschen auf einer Tour Wissenswertes über Hecken, Streuobstwiesen, Still- und Fließgewässer, Nasswiesen, das Leben an den Waldrändern, die Bedeutung von Mischwäldern und Totholz sowie Basaltstein und vieles mehr erfahren.

Von Jürgen Dumnitz

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