Zertifikation

Naturpark Solling-Vogler müht sich um Qualitätssiegel

Der Zweckverband Naturpark Solling-Vogler wird wohl Qualitätsnaturpark bleiben. 

Zwei Tage lang wurde er jetzt von zwei Erkundern (Scouts) des Verbandes Deutscher Naturparke (VDN) unter die Lupe genommen, die sich zuversichtlich zum Erreichen der nötigen Punkte äußerten.

2009 wurde der Naturpark erstmalig mit dem Qualitätssiegel des VDN ausgezeichnet. Qualitätsnaturparke stehen für eine gute inhaltliche Arbeit und strategische Ausrichtung, heißt es dazu in einer Pressemitteilung von Geschäftsführer Kurt Hapke. Alle fünf Jahre gibt es eine Überprüfung zur Nachzertifizierung.

Dabei werden Stärken und Schwächen herausgearbeitet und den Verantwortlichen neue Vorschläge mit auf den Weg gegeben. Die Bewertung sei ein wichtiger Bestandteil des Qualitätsmanagements, meint Hapke. Ein Wegweiser für die Entwicklung des Naturparks und gleichzeitig eine Argumentationshilfe im Umgang mit Entscheidungsträgern und Fördergeldgebern.

Prüfer waren der stellvertretende Geschäftsführer des Naturparks Spessart (Nordbayern), Julian Bruhn, und Holger Wegner, stellvertretender Geschäftsführer des Naturparks Südschwarzwald. Sie nahmen etwa das Wildparkhaus und den Hutewald der Niedersächsischen Landesforsten, die Silberborner Bergwiesen und den Moorsteg im Mecklenbruch in Augenschein und sprachen mit Naturpark-Akteuren und der Northeimer Landrätin Astrid Klinkert-Kittel, die gerade Vorsitzende des Zweckverbandes ist.

Basis der Bewertung ist ein 113-seitiger Katalog mit 98 Fragen. Zu je einem Fünftel werden die Bereiche Management/Organisation, Naturschutz/Landschaftspflege, Erholung/nachhaltiger Tourismus, Umweltbildung/Kommunikation sowie nachhaltige Regionalentwicklung bewertet. Mindestens 50 von 100 Punkten müssen in den Teilbereichen erreicht werden. Der Abschlussbericht liegt laut Hapke noch nicht vor, aber Julian Bruhn habe gesagt, dass die „erforderlichen Punkte“ erreicht wurden.

Die Zertifizierungsurkunde will Hapke am 20. September bei einer VDN-Tagung im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald in Empfang nehmen. Der Naturpark Solling-Vogler sei einer von 85, die sich erfolgreich der Qualitätsoffensive gestellt haben. Insgesamt gibt es bundesweit 105 Naturparks.

Punkten konnte der Naturpark laut Hapke durch seine Beweidungsprojekte, die über eine Weidegenossenschaft organisiert sind. „Auch das von der UN-Dekade ausgezeichnete Projekt Kooperativer Naturschutz hat Leuchtturmpotenzial auf nationaler Ebene“, freut sich Hapke.

Gelobt worden sei eine „sehr gute Vernetzung und Zusammenarbeit unterschiedlichster Akteure“, heißt es weiter. Beispielhaft nennt Hapke das Projekt „Wanderbares Deutschland“, bei dem man mit dem Tourismus-Zentrum der Solling-Vogler-Region, Kommunen und Vereinen und vielen ehrenamtlichen Bestandserfassern und Wegepaten zusammenarbeite.

Laut Hapke seien die Umsetzung der Wanderregion und eine Festigung der Naturschutz- und Beweidungsprojekte Ziele für die nächsten Jahre. Und die Naturpark-Arbeit müsse zudem sichtbarer gemacht werden. Nur was wahrgenommen werde, könne auch wertgeschätzt werden, meint Kurt Hapke.

Laut Landrätin Klinkert-Kittel ist der Qualitäts-Check eine „hervorragende Standortbestimmung“ für den Naturpark.  jde

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