Neue Sonderausstellung im Uslarer Museum über Weibsbilder

Weibsbilder: Vor Dessous und anderen Kunstwerken begleitete die Gruppe Buvamis die Ausstellungseröffnung im Uslarer Museum mit ihrer Musik. Foto: Porath

Uslar. Im Museum haben die „Weibsbilder“ übernommen. Die Ausstellung mit Gemälden, Bildern und Installationen von Mitgliedern des Kunstverein Art Uslar bildet den Abschluss der diesjährigen Ausstellungssaison und wurde im Beisein von rund 40 Zuschauern und der musikalischen Begleitung der Gruppe Buvamis feierlich eröffnet.

Den Titel „Weibsbilder“ habe man ganz bewusst für diese Ausstellung gewählt, sagte Art Uslar-Vorsitzende Dr. Karin Hahn in ihrer Eröffnungsrede. Während „Frau“ vor allem die Frau als braves, gesellschaftliche angepasstes Wesen bezeichne, sei der Begriff „Weibsbilder“ wesentlich umfassender.

Damit werde man dem Konzept der Ausstellung gerecht, die erstmals nicht nur die gemalten und gezeichneten Werke der Künstlerinnen in den Mittelpunkt stelle.

Neues Ausstellungskonzept

Zusätzlich gibt es Installationen mit Hüten und Barbiepuppen sowie Dessous, die diesen umfassenderen Begriff verdeutlichten und über das Bild der Frau in der Kunst hinausgingen. Sei Weib noch im Mittelalter der gebräuchliche Begriff für die Frau gewesen, habe er sich später zu einem Schimpfwort gewandelt, führte Dr. Hahn aus.

Mit Weib seien Frauen bezeichnet worden, die eben nicht angepasst waren, sondern vielmehr als gefährlich galten, und sei es nur, weil sie eine sehr erotische Ausstrahlung gehabt hätten.

Uslars Bürgermeister Torsten Bauer wies in seiner Rede auf die Bedeutung der Frauen für die Region hin. Sie seien im Solling steht mehr als eine wichtige Stütze der ländlichen Gesellschaft gewesen und hätten die Arbeit auf dem Feld und im Stall übernommen, während die Männer in der Werkstatt oder der Fabrik tätig waren.

Bescheidener Wohlstand

Mit ihrer Flachs- und Leinenarbeit sei den Frauen auch der bescheidene Wohlstand im Solling in der frühen Neuzeit zu verdanken. Das Uslarer Museum sei eines der wenigen, das diese umfassende Bedeutung der Frauen würdige, indem es ihrem Leben und ihrem Alltag in fast allen Abteilungen der Dauerausstellung einen breiten Raum einräume.

Im sonstigen Stadtbild, so Bauer, gebe es da durchaus noch Nachholbedarf, denn bis auf die „Clara-Schumann-Straße“ seien fast alle Straßen mit den Namen von Personen nach Männern benannt.

Die Ausstellung „Weibsbilder“ läuft noch bis zum 31. Januar 2016. Museumsleiter Dr. Daniel Althaus weist darauf hin, dass die Sonderausstellung „Eisen aus Uslar - 300 Jahre Eisenverarbeitung im Solling“ ebenfalls weiterhin im Museum zu sehen ist. Museum Uslar, geöffnet Dienstag bis Donnerstag von 15 bis 17 Uhr, Freitag von 10 bis 12 Uhr, Samstag und Sonntag von 15 bis 17 Uhr, Telefon 05571-307142.

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