Entgeltregelung betrifft 800 von 1000 Beschäftigten – In Uslar schon länger eingeführt

Neue Tarife: Unruhe bei AKG

Hofgeismar/Uslar. Der größte Arbeitgeber im Kreisteil Hofgeismar führt ein neues Entgeltsystem ein – und unter den Beschäftigten von Autokühler in Hofgeismar herrscht Unruhe. ERA heißt das Wort, das teils für Unmut sorgt. In dem Uslarer AKG-Betrieb sei das System bereits seit längerem eingeführt, hieß es aus Hofgeismar.

Verbunden mit der Übernahme des Entgelt-Rahmenabkommens (ERA) ist eine Neubewertung der Tätigkeit der Mitarbeiter. Betroffen sind, so Anja Platte von der Personalleitung der AKG-Gruppe, etwa 800 Beschäftigte und damit der überwiegende Teil der knapp 1000 Mitarbeiter. Durch die Neubewertung kann sich die Eingruppierung ändern. Nicht nur nach oben – auch Herabstufungen sind möglich. Oliver Dietzel, der als Zweiter Bevollmächtigter bei der IG Metall Nordhessen für die Betreuung von AKG zuständig ist, betont zwar, dass die jetzt Beschäftigten einen gewissen Bestandschutz hätten, was das Einkommen betreffe, allerdings würden künftige Lohnzuwächse nicht mehr in voller Höhe bei den Herabgestuften ankommen. Dietzel: „Es gibt weniger vom Mehr.“

Mehr als die möglichen finanziellen Einbußen treffe die Mitarbeiter, dass ihre Arbeit nicht mehr so geschätzt werde. Bei den Schweißern beispielsweise sei es nicht mehr üblich, sie in die Facharbeiter-Gruppe zu nehmen. „Das trifft die Mitarbeiter, die teilweise seit Jahrzehnten gute Arbeit abliefern“, sagt Dietzel.

Die Problematik ist Anja Platte bewusst. Sie verweist darauf, dass die Einstufung mit dem Betriebsrat abgesprochen ist. Das bestätigt Peter Blumenroth von der Arbeitnehmervertretung. Bei allem Unmut werde übersehen, dass „auch Mitarbeiter höher eingestuft werden“, hieß es.

Das nutzt den Herabgestuften wenig. Mehrere wandten sich schon an die IG Metall und fragten nach, ob es die Möglichkeit gebe, gerichtlich vorzugehen. HINTERGRUND

Von Michael Rieß

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