Neujahrsbock und Ümmessinger im Uslarer Land unterwegs

Neujahrsbock ohne Namen: In Sohlingen begleiteten diese sechs Jugendliche den Neujahrsbock in der im Vergleich zu den Vorjahren eher harmlos wirkender Kostümierung. Den Bock mimte Julian Ilse aus Ahlbershausen. Foto: Dumnitz

Sohlingen/Schoningen. Zum Ümmessingen (Umsingen) waren am Silvestertag in Schoningen drei Kindergruppen mit einigen erwachsenen Betreuern auf den Dorfstraßen von Haus zu Haus unterwegs.

Der Heimat- und Kulturverein pflegt diese Tradition seit einigen Jahren wieder, sagte Kurt Fischer. Als er jung war seien aber viel mehr Kinder manchmal den ganzen Silvestertag über im Dorf unterwegs gewesen, um für die plattdeutschen Lieder und die Grußworte fürs nächste Jahr mit Süßigkeiten, Wurst, Obst und zunehmend auch mit Geld belohnt zu werden.

Am Donnerstag waren bis gegen Mittag drei Gruppen unterwegs. Renate Synagowitz übte die beiden plattdeutschen Lieder mit den Betreuern noch einmal, bevor es trotz Dauerregen gut beschirmt durchs Dorf ging.

Die meisten Kinder des Ortes kennen die plattdeutschen Neujahrsgrüße, da sie bereits seit 2006 in der Grundschule Schoningen mit den Schülern geübt werden. Dabei geht es auch um ein Stück Brauchtumspflege, heißt es vom Heimat- und Kulturverein.

„Schlöttelken upen Deike, Wienekes ssind ssäu Reike, Wienekes ssind ssäu hübsch und chlatt, ciiewet össek huite oake moal watt“, hieß das zweite Lied. In Hochdeutsch: Schlösschen auf dem Teiche, Wienekes sind so Reiche, Wienekes sind so schön und glatt, geben uns heute auch mal was.“

Für die Ständchen und Neujahrsgrüße erhielten die jungen Sänger meist Kleingeld oder kleine Geschenke von den Anwohnern, die sich über den Besuch kurz vor dem Jahreswechsel freuten.

Neujahrsbock unterwegs

In Sohlingen fanden sich am Donnerstag sechs Jungen und Mädchen am Jugendraum zusammen, um anschließend den Neujahrsbock an der Kette durch das Ahledorf zu führen. Im Vergleich zu den Vorjahren wirkte der Bock allerdings eher harmlos. „Uns fehlen Leute, die bei der Tradition mitmachen“, beklagte Marcel Knust.

Julian Ilse als Aushilfe

Das Bockkostüm, das die Jugendlichen vor Jahren noch benutzten, sei kaputtgegangen. Deshalb habe man sich jetzt für das schlichte braune Stoffkostüm mit Ochsenmaske entschieden. Darunter steckte aber kein Sohlinger: Julian Ilse lebt in Ahlbershausen und ist mit der Sohlinger Jugendgruppe befreundet.

Deshalb schlüpfte er auch in das Kostüm. Begleitet wurde der Sohlinger Bock ohne Namen bei seiner mehrstündigen Tour von Tür zu Tür von Marcel Knust, der Geldsammlerin Maria Knezevic sowie Sascha El-Mardini, Niklas Gobrecht, Michelle Unruh und Mike Gobrecht.

Mit dem gesammelten Geld soll der Jugendraum am Dorfgemeinschaftshaus unterstützt werden, sagte Maria Knezevic, die die Spardose dabei hatte. Die Bock-Gruppe gehört zu den aktuellen Nutzern des Sohlinger Jugendraumes.

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