Brauchtumsveranstaltung

Neujahrsrasieren  in Bollensen bleibt  Publikumsmagnet 

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Spielten die Hauptrollen: Die Gruppe vom Neujahrsrasieren in Bollensen.

Bollensen. Sebastian Bauer war der Erste, der sich beim traditionellen Neujahrsrasieren der Bollensener Junggesellen im voll besetzten Dorfgemeinschaftshaus der rabiaten Prozedur unterziehen musste, um „blank“ ins neue Jahr starten zu können.

Das Gejohle der Zuschauer war gewaltig, als die beiden Rasierer sich auf den jungen Mann stürzten, den zuvor der Polizist mit gezogenem Degen ausgewählt hatte. Erst „seiften“ sie ihn mit einer rohen Kartoffel ein, dann ging es mit einem stumpfen Holzmesser an seine Barthaare. Unterdessen trieb der Clown vor allem mit dem weiblichen Publikum seinen Schabernack und die Fegemannschaft sorgte anschließend mit Kehrblech, Besen und Staubsauger für die nötige Sauberkeit.

Team mit ICE-Tempo

Das komplett maskierte Team legte ICE-Tempo vor, um möglichst viele Männer auf den Stuhl zu befehlen und rasieren zu können. Auch der in Bollensen lebende Uslarer Bürgermeister Torsten Bauer musste „dran glauben“. Er machte den Spaß, der nur auf den ersten Blick so rau wirkte, ebenso gerne mit wie alle anderen.

Mit der symbolischen Neujahrsrasur halten die Bollenser Junggesellen einen alten Brauch lebendig, mit dem in früheren Zeiten die im verflossenen Jahr konfirmierten Jungen am Neujahrstag quasi der „männliche Bart“ zugestanden wurde, erläuterte Daniel Voges, der zusammen mit Julia Schietzoldt das Rasiererteam betreute. Heute wird mit dem Spektakel der Zusammenhalt im Dorf gepflegt und mit Spaß ins neue Jahr gestartet. Bürgermeister Bauer: „Das erspart den Neujahrsempfang.“ Außerdem sammeln die Junggesellen Geld für ihre diversen Vorhaben.

In diesem Jahr versteckten sich hinter den Masken Jochem Kirchhoff und Dennis Kirchhoff als Rasierer, Albert Bauer als Polizist, Irmgard Bauer als Fegefrau, Katharina Behrend als Fegemädchen, Aliescha Diedler als Fegemann und Paulina Kirchhoff als zweiter, besonderer Fegemann.

Zum Schluss ist der Clown dran

In die Rolle des Clowns war Stephan Freund geschlüpft. Er musste zum Schluss der drei Runden eine besondere Prozedur über sich ergehen lassen. Für seinen Schabernack wurde er vom Polizisten bestraft, in dem er mit dem Degen den nackten Hintern des Clowns rasierte. Die Folge war, dass die Videokameras vor allem der weiblichen Fans heiß liefen. (zhp) HINTERGRUND

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