Noch herrscht Gelassenheit am Weserufer

Noch Luft am Durchlass: In Vernawahlshausen steht zwar schon Wasser auf dem Sportplatz, an der Schwülmebrücke gibt es aber noch keine Probleme mit zu viel Wasser. Foto: Dumnitz

Bodenfelde/Wahlsburg. Durch die Niederschläge der vergangenen Tage sind die Pegel der Bäche und Flüsse angestiegen. Der Wasserstand der Weser wurde am Donnerstag in Hann. Münden bei 3,58 Meter über dem Normalwert abgelesen.

Das beunruhigt die Menschen an der Obersweser derzeit aber noch nicht wirklich. Sie sind andere Waserstände gewöhnt. Bodenfeldes Bürgermeister Hartmut Koch hatte gestern zwar noch Urlaub, machte sich aber dennoch ein Bild vor Ort.

Die Lage entlang der Weser im Gebiet der Gemeinde Bodenfelde sei noch völlig entspannt. Der bei Normalwasser dicht am Fluss verlaufende Fuß- und Radweg sei zwar nicht passierbar, aber das sei normal nach starken Regenfällen. „Unruhig werden die Menschen am Ufer der Weser erst, wenn der Pegel an die fünf Meter-Grenze kommt“, sagte Koch auf Anfrage der HNA. Im Frühjahr vor zwei Jahren sei das der Fall gewesen, als das Wasser bis zu 6,15 Meter angestiegen sei und für Straßensperrungen unter anderem in Wahmbeck und Bodenfelde geführt hatte.

Das gelte auch für das Gebiet der Gemeinde Wahlsburg, sagte Holger Foerster von der Verwaltung. Sandsäcke würden erst ab einem Pegelstand von über 5,50 Metern befüllt.

Die meisten Fähren an der Oberweser haben Winterpause zwischen Oktober und März. Sie sind am Ufer festgemacht und treiben mit dem Strom. Die Weserfähre in Hemeln, die bisher noch Fahrzeuge und Fußgänger übersetzte, stellte wegen des erhöhten Wasserspiegels mit viel Treibgut jetzt auch vorläufig den Betrieb ein. Ein richtiges Hochwasserereignis ist der erhöhte Pegelstand nicht. Laut Pressemitteilung des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) gilt die niedrigste Meldestufe für „Hochwasserereignisse“ erst bei vier Metern Pegelstand.

Böden sind gesättigt

Fakt ist laut NLWKN, dass die bereits gesättigten Böden auf Feldern und Wiesen oftmals keine weiteren Niederschläge mehr aufnehmen können. In der Folge fließt das Wasser von den Flächen über Gräben und Bäche mit zeitlicher Verzögerung in die größeren Flüsse und sorge dort für einen Anstieg des Pegels.

Zum Wochenende hin soll sich nach den Vorhersagen die Lage entspannen. Der Deutsche Wetterdienst hat nur noch leichte Niederschläge angekündigt. (jdx)

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