Wärmetauscher-Hersteller

Uslar: Großer Arbeitgeber schließt Werk in der Region - Arbeitsplätze in Gefahr

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Kreis-Northeim: Großer Arbeitgeber schließt Werk  in der Region

Im Kreis Northeim sind Arbeitsplätze bei einem großen Thermotechnikunternehmen in Gefahr. Das Werk in Uslar soll Ende Oktober geschlossen werden.

Der Betriebsratsvorsitzende Thomas Günedler (Lippoldsberg) berichtet am Mittwoch, dass man wohl wusste, das etwas im argen liege, weil die Mitarbeiter angehalten waren, ihre Arbeitszeitkonten abzubauen. „Wir dachten aber eher an Kurzarbeit“, schildert Günedler die Lage vor der außerordentlichen Betriebsversammlung.

Mit dem Extremfall habe niemand gerechnet. Als Geschäftsführer Hartwig Pietzcker die Werksschließung verkündete, „war das wie ein richtiger Hammer: Das hat alle getroffen“, berichtet der Betriebsratsvorsitzende von der unerwarteten Nachricht am Mittwochmittag im Uslarer Werk.

Betriebsrat wird sich rechtlich absichern 

Der Betriebsratsvorsitzende kündigte an, dass er sich nun Rechtsbeistand einhole und Termine unter anderem mit der Gewerkschaft verabredet habe, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Auf jeden Fall gibt es laut Günedler ein Abfindungsprogramm. 

Günedler bestätigte die großen Umsatzeinbußen für die AKG Thermotechnik. Ein Hauptkunde wolle nichts mehr aus den europäischen Werken von AKG beziehen, sondern nur noch aus Niedrig-Lohn-Ländern.

Uslars Werkleiter Klaus-Peter Schärfer wollte am Donnerstag nichts weiter sagen und auch den Schließungstermin am 31. Oktober nicht bestätigen. Er verwies auf die Geschäftsführung in Hofgeismar. Es werde aber weiter gearbeitet, sagte er auf HNA-Anfrage.

Geschäftsleitung bestätigt Termin

„Ja, das ist der geplante Termin“, bestätigte die Geschäftsleitung der AKG-Gruppe mit Sitz in Hofgeismar am Donnerstag, den 31. Oktober auf Anfrage unserer Zeitung.

Auch dazu, ob Mitarbeiter aus Uslar möglicherweise am Standort Hofgeismar übernommen werden könnten, nahm die dortige Geschäftsleitung Stellung. „Wir haben für das Stammpersonal aktuell in Hofgeismar genügend Aufträge. Es wird derzeit kein weiteres Personal dort benötigt.“ Zu möglichen Entwicklungen am Sitz der Gruppe in der Dornröschenstadt erklärte die Geschäftsleitung weiter: „Am Standort Hofgeismar ist aktuell kein Abbau von fest angestellten Mitarbeitern geplant.“

IG-Metall zieht alle Register 

Mirko Richter von der IG Metall Süd-Niedersachsen-Harz, zuständiger Betriebsbetreuer für die AKG Uslar, sprach von schlimmen Nachrichten für die Menschen vor Ort und kündigte an, dass die Gewerkschaft alle Ressourcen nutzen werde, um in Uslar zu helfen. „Die Tarifrunde wird uns nicht hindern, den Betrieb zu 100 Prozent zu unterstützen.“ Er ist nächste Woche in Uslar verabredet und werde sich umfassend informieren.

„Für Uslar ist die Nachricht ein harter Schlag und trifft uns überraschend, weil wir keine Hinweise hatten“, sagte Uslars Bürgermeister Torsten Bauer auf Nachfrage der Sollinger Allgemeinen. Gegenüber dem Uslarer Werksleiter und der Geschäftsführung in Hofgeismar habe er Unterstützung der Stadt angeboten, sofern dies möglich sei. „Weil es letztlich um die Beschäftigten geht.“ fsd, shx, mam Archivfotos: Privat/nh, fsd, Philipp Schwehm

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