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ÖPNV, Internet und grüne Dörfer Themen in den Bollert-Orten

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Von: Gudrun Porath

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Jedem Planungsbereich ein Plakat: Die Ergebnisse der Dorfrundgänge konnten die Teilnehmer des Arbeitstreffens ergänzen.
Jedem Planungsbereich ein Plakat: Die Ergebnisse der Dorfrundgänge konnten die Teilnehmer des Arbeitstreffens ergänzen. © Gudrun Porath

Schlarpe – Ausbau des Nahverkehrs, keine Lücken mehr in der Internetversorgung und grüne, lebendige Dörfer, das wünschen sich 30 Teilnehmer beim ersten Arbeitstreffen Dorfentwicklung der vier Bollert-Dörfer. Im Dorfgemeinschaftshaus Schlarpe arbeiteten 30 Einwohner der Dörfer zweieinhalb Stunden lang zusammen mit den Moderatorinnen Uschi Bankert und Tanja Dornieden an einer ersten Vision für die Dorferneuerung.

Zur Begrüßung hatte Schlarpes Ortsbürgermeister Andreas Stänger eine klare Richtung vorgegeben. „Wir sind nicht hier, um Luftschlösser zu bauen, sondern um etwas für unsere Dorfgemeinschaften in der Bollert-Region zu erreichen“, lautete seine Aufforderung an die Teilnehmer. Petra Möhle erinnerte an ihre Funktion als Ansprechpartnerin der Uslarer Stadtverwaltung. „Ich bin das Gesicht der Stadt für die Dorferneuerung. Das Planungsbüro ist irgendwann weg, ich bleibe“, so Möhle.

Tanja Dornieden und Uschi Bankert hatten die Vorarbeit zu diesem Termin geleistet. Sie hatten die Ergebnisse der Dorfrundgänge, ergänzt um Statistiken und Inhalte der Anträge zur Dorfentwicklung, in sieben Planungsbereiche eingearbeitet:

.  Städtebauliche Qualität und Demografie,

.  Dorfleben,

.  soziokulturelle Infrastruktur (gemeint sind Orte, an denen Dorfleben stattfinden kann),

.  Daseinsvorsorge (Einkaufsmöglichkeiten, Apotheke etc.),

.  Klima, Umwelt, Naturschutz und Dorfökologie,

.  Landwirtschaft, Wirtschaft, Tourismus und Naherholung sowie

. Mobilität und technische Infrastruktur.

Die Ergebnisse standen auf Plakaten an Wänden und Stellwänden im Dorfgemeinschaftshaus und konnten mit eigenen Anmerkungen ergänzt werden. Als Schwerpunkte bei den erkannten Schwächen in allen Planungsbereichen identifiziert wurden der öffentliche Nahverkehr und die Internetabdeckung. Auch Investitionen in Werbung und Infrastruktur für den Fremdenverkehr, um mehr Touristen anzuziehen, Förderung für Klimaschutzmaßnahmen und zentrale Treffpunkte für Jung und Alt sollen mehr werden.

Die aktuelle Bestandsaufnahme reicht für die Dorferneuerung nicht aus. Also galt es für die Teilnehmer, in Gruppenarbeit erste Vorstellungen zu entwickeln und zu präsentieren, wie es in den Bollert-Dörfern in zehn Jahren aussehen könnte. Da war von einer grünen, bunten und lebendigen Bollert-Region die Rede, mit Elektro-Rädern und -Autos samt Ladestationen, einem ausgebauten öffentlichen Nahverkehr, modernen Radwegen, Heuhotels für Touristen, lückenloser Internetabdeckung und viel Miteinander. Mit Mehrgenerationenhaus, zentralen Treffpunkten für ältere und jüngere Menschen sowie der Möglichkeit, zum Beispiel in einem Coworking-Space (einem öffentlichen Gemeinschaftsbüro oder einer Gemeinschaftswerkstatt) seinem Beruf nachgehen zu können.

In der Nahversorgung sollen regionale Produkte eine größere Rolle spielen und klimaneutrale Produkte wie Holz und Sand, die in der Region vorhanden sind. Frederik Südhaus regte an, den Gedanken der Allmende wieder aufzunehmen. Darunter kann gemeinschaftlich genutztes Land verstanden werden, aber auch, seine Arbeit an einem oder zwei Tagen der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Finanziert werden könnte solche Gemeinschaftsarbeit zum Beispiel durch ein Dorfbudget. Feste, die den Zusammenhalt stärken, sollten in Zukunft wieder eine größere Rolle spielen und regelmäßig stattfinden. Aus den grob gezeichneten Visionen und Vorstellungen muss jetzt ein strukturiertes Konzept für die Dorferneuerung werden. Dabei werden die Moderatorinnen Dornieden und Bankert der Bollert-Region zur Seite stehen. Der nächste Termin ist bereits im Juni geplant und findet in Delliehausen statt.

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