Uslarer Jugendherberge beklagt Besucher-Rückgang nach der Badeland-Schließung

Ohne Bad weniger Gäste

Fester Bestandteil im Uslarer Jugendherbergsprogramm: Das Angebot der Schattenspringer GmbH (Bielefeld) mit Gruppenspielen, Kletterbaum und Abseilvorrichtung auf dem Herbergsgelände am Kupferhammer. Archivfoto: Dumnitz

Uslar. Die Schließung des Uslarer Badelandes spürt auch die Uslarer Jugendherberge. Herbergsleiterin Sylvia Meier spricht von einem unbefriedigenden Zustand, weil viele Gruppen nach Schwimm-Möglichkeiten fragen.

Und weil noch offen ist, was mit dem Badeland an der Schwarzen Erde passiert, suchen sich die Gruppen oftmals andere Herbergen in anderen Orten mit einer funktionierenden Infrastruktur.

Im vergangenen Jahr wurden in der Jugendherberge 8015 Übernachtungen bei 2741 Gästen in 102 Betten gezählt. Ein Jahr zuvor waren es noch 500 Übernachtungen mehr. In Spitzenzeiten in den 1990er-Jahren nach der Eröffnung 1985 und als die Herberge noch Bildungsstätte des Niedersächsischen Landessportbundes (bis 1999) war, lagen die Übernachtungszahlen bei über 12 000 pro Jahr.

Sorgen über eine Schließung der Jugendherberge am Kupferhammer müsse man sich aber nicht machen, sagt die Einrichtungsleiterin Sylvia Meier, die mit Alternativen zum Badeland versucht, die Übernachtungszahlen vom Vorjahr zu halten. Bei Gruppen, die vergangenes Jahr in der Herberge waren, sorgten Sylvia Meier und ihr Team auf eigene Kosten etwa für den Bustransport nach Holzminden ins Hallenbad oder zu den Freibädern Volpriehausen und Bodenfelde. „Das war ein Zuschussgeschäft“, resümiert die Chefin.

Schwimmvereine bleiben weg

Drei Schwimmvereine aus dem Bundesgebiet, die bisher regelmäßig mit mehreren Gruppen für jeweils acht bis zehn Tage lang zum Trainingslager nach Uslar kamen, fehlen jetzt auf der Gästeliste. Für die Jugendherberge bedeute das 1200 Übernachtungen weniger. Und das Ende sei offen, weil die Uslarer Bäderfrage nicht geklärt ist.

Probleme gibt es auch mit dem Landkreis und der Stadt Uslar wegen der Nutzung von Sporthallen und Sportanlagen. Von der Stadt sei eine Nutzung des Uslarer Solling-Stadions durch eine American-Football-Mannschaft mit der Begründung abgelehnt, dass die Nutzung die Anlage zu sehr belaste, sagt Sylvia Meier. Die Folge: Die Gruppe buchte ohne Probleme die Jugendherberge in Silberborn mit dem Sportplatz direkt nebenan.

Zu wenig Kooperation

Die Nutzung etwa der Sporthallen des Landkreises Northeim in der Nähe der Jugendherberge sei problematisch geworden, weil die Vergabe äußerst kompliziert und unpraktisch sei. Es gebe zu wenig pragmatische Kooperationen.

Froh ist Sylvia Meier über eigene Angebote wie etwa mit dem Schattenspringer-Konzept. Seit elf Jahren gehört das erlebnispädagogische Angebot mit Kletterbaum und Gruppenarbeit von Christoph Brand (Bielefeld), der einst Zivildienstleistender in der Uslarer Jugendherberge war, zum Jahresprogramm vor allem für Schulklassen. (jdx) HINTERGRUND

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