Ortsrat Fürstenhagen befürwortet den Windrad-Bau am Schiffberg

Sollte man im Auge behalten: Der Masterplan Windkraft des Landkreises Kassel weist mit KS 7, 9 und 10 drei Windvorranggebiete in Nordhessen aus, auf denen mehrtere Windräder errichtet werden können. Der „weiße Fleck“ unterhalb von Heisebeck ist bereits die Gemarkung von Fürstenhagen.

Fürstenhagen. Die Abstimmung zum Thema Windrad in der öffentlichen Sitzung des Ortsrates Fürstenhagen am Dienstag vor rund 60 Zuhörern im Landgasthaus Ackerhans war eher unspektakulär.

Die vorausgegangene Diskussion nahm hingegen sehr viel Raum in Anspruch. Das Votum des Ortsrates: Zum Bau einer Windenergieanlage in der Gemarkung Fürstenhagen wird das Einvernehmen der Stadt Uslar in Aussicht gestellt.

Ortsbürgermeister Georg-Wilhelm Elias und Mike Seeger stimmten dem Beschlussvorschlag der Verwaltung zu. Ralf Meyer enthielt sich der Stimme. Ortsratsmitglied Bernd Ackerhans nahm während des Tagesordnungspunktes „Planung einer Windenergieanlage“ wegen Befangenheit als Zuhörer an der Sitzung teil und stimmte auch nicht mit ab.

Befragung der Einwohner

Eine Bürgerinitiative hatte vor der Abstimmung eine Bürgerbefragung gefordert, die die Ortsratsmitglieder jedoch mehrheitlich ablehnten. Begründung: Wir sind von den Einwohnern gewählte Volksvertreter. Wenn jemand eine Befragung machen wolle, könne er das jederzeit tun, sagte Elias. Uslars Bürgermeister Torsten Bauer sagte, dass das Ergebnis einer solchen Befragung rechtlich unverbindlich sei.

Einmal mehr machte der Ortsbürgermeister keinen Hehl daraus, dass das Thema Windrad am Schiffberg in Fürstenhagen die Einwohnerschaft offenbar tief gespalten hat. Gräben seien scheinbar auch nicht zu überwinden.

Schärfe in Diskussion

Windrad-Gegner Günter Schnitzler (Ahlbershausen) ist sich sicher, dass die Ergebnisse der Windrad-Befragung von Einwohnern in Ahlbershausen und Verliehausen mit in die Entscheidungen bei der Stadt Uslar eingeflossen sind. Er warf dem Ortsrat mangelndes Engagement vor. Inge Sus-trate und Hermann Kleemann brachten als Gegner dann Schärfe in die Diskussion. Sus-trate sprach von einer „Betreiberbande“ und sagte erneut, dass es angeblich 70 Unterschriften von Windrad-Gegnern aus dem 350-Seelen-Dorf gebe, die aber aus Angst vor Repressalien unter Verschluss seien. Kleemann warf dem Ortsrat vor, „egoistische Interessen zu vertreten, ohne die Meinung der Bürger zu hören“.

Bürgermeister Bauer sagte abschließend, er blicke mit großer Sorge auf das Dorf. Mann solle doch wieder friedlich aufeinander zugehen. Entschieden werde über das Windrad letztlich beim Landkreis Northeim.

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