Lesung im ausverkauften Rathaus: Bestsellerautor Klaus-Peter Wolf begeistert Fans

Ostfriesenwut macht Spaß

Erzählt, was nicht im Buch steht: Krimiautor Klaus-Peter Wolf berichtete, wie wie Menschen aus seiner realen Nachbarschaft in den Ostfriesen-Krimis auftauchen. Foto: Porath

Uslar. Der Himmel weht Wolkenfetzen über den Vollmond, um die Ecke leuchtet das Blaulicht eines Polizeiwagens. Die Kulisse für die Krimilesung von Klaus-Peter Wolf hätte besser nicht sein können. 120 Zuhörer zeigten sich begeistert von der Leseshow des mehrfach preisgekrönten Bestsellerautors.

Der hatte sich mit seinem Publikum im ausverkauften Rathaus schon vor 20 Uhr eingefunden und gab sich locker, dankte den Sponsoren vom Nachhilfeinstitut Abacus sowie den Mitarbeitern der Stadtbücherei und trank dabei ein Bergbräu-Bier.

Das Lachen fällt Wolf leicht, denn der Autor der Ostfriesenkrimis schwebt auf einer Welle des Erfolgs. Sein neuestes Buch „Ostfriesenwut“ steht seit Erscheinen am 11. Februar auf Platz eins der Spiegel-Bestsellerliste und wurde bereits in den ersten drei Tagen 120 000mal verkauft. Und das, obwohl zeitgleich die Taschenbuchausgabe des Bestsellers „50 Shades of Grey“ erschienen ist. „Da muss sich der arme Milliardär in der Schlange hinten anstellen“, amüsiert sich das frühere DKP-Mitglied Wolf.

Nachbarn inspirieren

Statt nur aus dem neuen Roman zu lesen, nimmt der Krimi-Autor sein Publikum mit zu sich nach Hause, wenn er von der Entstehungsgeschichte seiner Ostfriesen-Bücher berichtet. Die spielen nämlich alle im Norden, seinem Wohnort. Selbst alle Personen bis auf Mörder und Opfer seien real in der Nachbarschaft zu finden.

Auf diese Idee sei er gekommen, um keine Fehler zu machen. „Krimileser lesen nämlich sehr genau“, umwirbt er seine Zuhörer. „Sie überprüfen alles und merken jeden Fehler, weil sie auf der Suche nach der Wahrheit sind.“ Das eigene Heim, in den Büchern das Haus der Kommissarin, war ebenfalls eingeplant. Erst auf Druck seiner Frau sei wenigstens die Hausnummer geändert worden. Das Ergebnis: Jetzt stünden die Touristen mit dem Fahrrad vor der Tür und klingelten, um die real nicht existierende Adresse zu suchen.

Zu lachen haben die Zuhörer viel an diesem Abend, obwohl es doch im Krimi um eine ernste Angelegenheit geht. Eine Erpresserin droht, das Trinkwasser in der Region zu vergiften, wenn man ihre Forderungen nicht erfülle. Bei dieser Lesung ist das nicht so wichtig. Wichtig ist vielmehr, was Wolf erzählt und was so nicht im Buch steht.

Etwa, was der Erfolg mit seinen Nachbarn gemacht hat, die ebenfalls davon profitieren. Maurer Peter etwa, dessen gelber VW-Bus mit der Aufschrift „Eine Kelle für alle Fälle“ mittlerweile gerne mal von Touristen umringt werde und der jetzt winken könne, wie die englische Königin. Früher, so Wolf, habe er den mitspielenden Bekannten noch jede sie betreffende Seite seiner Bücher geschickt, bevor diese gedruckt wurden.

Heute würden sie das Buch lieber erst lesen, wenn es erschienen sei. Nur sein Verleger bekomme langsam Angst. „Mein Verleger sagte, Junge, wenn der Mörder demnächst einen Fanklub hat, müssen wir reden.“ An diesem Abend redet nur einer, und das ist Klaus-Peter Wolf. Der Erfolg und begeisterte Zuhörer geben ihm Recht. (zyp)

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