Jugendliche arbeiten an Mobiliar und Spielfeldern für einen Treffpunkt im Dorf

Im Park wird’s gemütlich

Schach oder Mensch ärgere dich nicht: Das alte Schachspielfeld bekam nicht nur neue Farbe. Zusätzlich sollen Spiellinien für das Gesellschaftsspiel Mensch ärgere dich nicht angelegt und die Figuren, die hier von links Jessica, Marie, Pauline, Friederike und Lena zeigen, bunt bemalt werden. Fotos: Schmidt-Hagemeyer

Vernawahlshausen. Mitten im Dorf wird gesägt, geschraubt und gemalt. Mit Unterstützung von Ulrike Trappe (Lippoldsberg) arbeitet ein Dutzend Jugendlicher an Sitzmöbeln, einem Grill und Spielfiguren für den Dorfpark in Vernawahlshausen.

Die bislang oft menschenleere Grünanlage soll ein Ort werden, wo sich alle Generationen gern aufhalten. Im vergangenen Oktober haben sich darum Jugendliche und Erwachsene – darunter Ortsvorsteherin Iris Helling-Kuttler – zu einer Zukunftswerkstatt zusammengesetzt. „Dabei sind ganz tolle Ideen entstanden, einige haben wir jetzt aufgegriffen“, sagt Ulrike Trappe.

Für alle Generationen

Um zu überlegen, was verschiedene Altersgruppen brauchen, haben Jugendliche die Anlage aus dem Blickwinkel eines Fünfjährigen und der Perspektive Jugendlicher beurteilt, sich aber auch in die Situation eines Erwachsenen mit Kleinkind und in einen 80-Jährigen hineingedacht.

Für die Jüngsten ist bereits etwas geschehen. Mit Geld vom Tag der Regionen 2012 wurde ein Wasserspielplatz gebaut. Weil sie ein toller Spielort ist, soll die wilde Böschung für Kinder erhalten bleiben. Eine Rundbank, die demnächst aufgestellt wird, dürfte Erwachsene ansprechen, die von dort auch spielende Kleinkinder im Blick haben werden.

Für sich selbst bauen die Jugendlichen gerade an Sitzmöbeln aus Holzpaletten. Bislang gab es im Park keinen rechten Platz für junge Leute. „Darum haben wir lieber an der Brücke im Dorf gesessen“, heißt es. Mit den neuen Palettenmöbeln, die man nach Lust und Laune umstellen kann, soll das anders werden. „Wenn man etwas selbst macht, nutzt man es auch mehr“, sind die Jugendlichen überzeugt.

Ein Gruppe ist gerade mit Rolf Teuteberg unterwegs, um Material für einen Schwenkgrill zu kaufen, der gemeinsam geschweißt werden soll. Viel Arbeit bereiten die Figuren des alten Schachspielfeldes, das bereits neu gestrichen ist. Das benachbarte Mühl-spielfeld wurde mit dem Kärcher bearbeitet. Die Schachfiguren haben die Jugendlichen im Schuppen gefunden, „dreckig und klebrig“, wie sie sagen. Inzwischen sind die Figuren gesäubert und grundiert. Nun werden sie bemalt und zwar nicht einfach schwarz-weiß. Der Bauer bekomme zum Beispiel eine Latzhose, der König einen Mantel, verraten die Mädchen.

Außerdem erhalten die Figuren etwas Farbe. Denn weil nicht jeder Schach spielt, wird das Spielfeld zusätzlich mit Markierungen für Mensch ärgere dich nicht ausgestattet. Wie das Ergebnis all der Bemühungen aussieht, können sich die Einwohner aus Vernawahlshausen am Ostermontag anschauen.

Ostermontag im Park

Nach dem Gottesdienst, der um 11.30 Uhr in der Kirche beginnt, laden Ortsvorsteherin Helling-Kuttler und die Jugendlichen alle Dorfbewohner in den Park ein. Die Arbeiten sollen damit allerdings nicht zu Ende sein. „Die Hoffnung ist, dass es weiter geht“, sagt Ulrike Trappe. Damit der Dorfpark als Mehrgenerationenprojekt ein Treffpunkt fürs Leben wird. (shx)

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