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Patrick lässt Muskeln spielen - Uslarer Bodybuilder wurde vierter bei Deutscher Meisterschaft

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Von: Jürgen Dumnitz

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Auf der Bühne bei der Deutschen Meisterschaft: Der Uslarer Bodybuilder Patrick Knipping wurde beim NAC-Wettbewerb in Freiberg am Neckar vierter in der Klasse „Bodybuilding Men II“. 	FOTO: LARA HILDEBRAND-MASCHER/NH
Auf der Bühne bei der Deutschen Meisterschaft: Der Uslarer Bodybuilder Patrick Knipping wurde beim NAC-Wettbewerb in Freiberg am Neckar vierter in der Klasse „Bodybuilding Men II“. FOTO: LARA HILDEBRAND-MASCHER/NH © Lara Hildebrand-Mascher

Uslar – Schon als kleiner Junge war Patrick Knipping von Muskeln an Menschen fasziniert. Das begeistert ihn so sehr, dass er den Muskelmenschen in Fachzeitschriften und auf Videos nacheiferte und schließlich als 17-Jähriger professionell mit dem Bodybuilding begann. Jetzt präsentierte er nach unzähligen Stunden harter Trainingsarbeit seine Muskelberge bei zwei Meisterschaften der Öffentlichkeit.

Bei der Norddeutschen Meisterschaft (Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen) in Bad Fallingbostel wurde der 30-Jährige aus Sohlingen in seiner Klasse nach dem Juryurteil Zweiter, wenige Tage später bei der Deutschen Meisterschaft (DM) in Freiberg am Neckar dann Vierter.

Wettkampferfahrung hat der heute 87 Kilogramm schwere und 1,75 Meter große Mann schon gesammelt, als er als Jugendlicher 2014 Hessenmeister in der Newcomer-Wertung wurde. Seitdem hat er die einzelnen Muskelgruppen seines Körpers so intensiv trainiert, dass es für ihn ein ästhetisches Bild ergibt. „Die Proportionen müssen überall stimmen“, meint er selbstkritisch. Er hat Freude an prallen Muskeln am Oberarm, am Bauch und auch an den Beinen.

Bei der DM des National Athletic Comitee (NAC) Germany, dem nationalen Bodybuilding-Verband mit Sitz in Bornheim-Merten/Nordrhein-Westfalen, bekam er viel Lob. Mitstreiter bescheinigten ihm eine gute Veranlagung mit viel Potenzial.

Pokale als Lohn für viel Mühe: Bodybuilder Patrick Knipping (links) trainiert seit Jahren im Family-Fitness-Studio von Rainer Kamp in Uslar und zeigte seine Muskeln jetzt den Jurys bei Meisterschaften. Bei der Norddeutschen-Meisterschaft wurde er zweiter, bei der Deutschen Meisterschaft schaffte er in seiner Klasse Platz 4. 	FOTO: JÜRGEN DUMNITZ
Pokale als Lohn für viel Mühe: Bodybuilder Patrick Knipping (links) trainiert seit Jahren im Family-Fitness-Studio von Rainer Kamp in Uslar und zeigte seine Muskeln jetzt den Jurys bei Meisterschaften. Bei der Norddeutschen-Meisterschaft wurde er zweiter, bei der Deutschen Meisterschaft schaffte er in seiner Klasse Platz 4. FOTO: JÜRGEN DUMNITZ © Jürgen Dumnitz

Eingeteilt wird bei den Bodybuildern nach Körpergröße. Patrick startet in der Klasse „Bodybuilding Men II“. Geschlagen geben musste er sich dem Deutschen Meister Micha Matecki und den Platzierten Sascha Betzenbichler und Sebastian Münster.

Mit seinem vierten Platz sicherte sich der gelernte Elektriker, der jetzt in der Logistikabteilung der Firma Stiebel Eltron in Holzminden arbeitet, sich zwar die Qualifikation zur NAC International Universe 2022 (der Weltmeisterschaft), die er sich aber noch nicht zutraut. Eine Teilnahme dabei soll sein Ziel fürs kommende Jahr werden. Nach der körperlichen Schonphase will er dann wieder intensiver trainieren. Im Herbst sind wieder Meisterschaften. Bis dahin muss er noch viel trainieren. „An körperliche Grenzen gehen, ist das Geile an dem Sport“, sagt der Athlet.

Begonnen hat Knipping in der Kraftsportabteilung der TSG, seit 2011 geht er meist fünfmal pro Woche an die Geräte im Uslarer Family-Fitnessstudio von Rainer Kamp. Pumpt, drückt, zieht und stemmt Gewichte. Kamp betreut ihn und gibt ihm Tipps.

Für die Ernährung nutzt Patrick eine App, die ihm anzeigt, wie es um die Versorgung mit Kohlenhydraten, Vitaminen, Eiweiß und den vor dem Wettkampf fast 4500 Kalorien pro Tag bestellt ist. Neben einem Kilo Fleisch am Tag geht das mit Gemüse, Leinöl, Erdnussmousse, Reis, Kartoffeln und Nudeln. Manchmal trank er tagsüber 20 Liter Wasser.

In gut 20 Wochen wurde alles auf die Meisterschaften abgestimmt. Vor dem Auftritt stand die Ganzkörperrasur, dann wurde Bräunungs-creme auf der Haut verteilt und kurz vor dem Start mit Babyöl, damit die Muskelstrukturen noch deutlicher werden. Die mehrköpfige Jury bewertet Symmetrie, Proportion, Harmonie, das Schulter/Taillen- Verhältnis sowie das gleichmäßige Muskelbild. Zudem die Bräunung, die allgemeine Körperpflege, Ausstrahlung, Ausführung und adäquate Posing-Bekleidung, einem knappen Posing-Slip.

Es gibt Pflichtposen (16 Minuten), bei denen Wert auf Muskelmasse, die Muskelteilung und das Bild sowie die exakte Ausführung der geforderten Posen geht. Patrick lieferte bei der DM eine freiwillige gut einminütige Kür ab. Bewertet wurde die Kreativität, Ausstrahlung, die typgerechte Wahl des Kürvortrags, die Musikwahl, Variationen in den Posen und die Gesamterscheinung. Das brachte ihm Sympathiepunkte, ist sich der 30-Jährige sicher, der sich freute, dass etliche Freunde als Fans mit zu den Meisterschaften gefahren sind. Das habe für eine tolle Stimmung gesorgt und ihn zusätzlich motiviert.

Bodybuilder (100 Kilo/1,85 Meter) haben im Durchschnitt rund 70 Prozent Muskeln bei 5 Prozent Körperfett. Untrainierte indes 35 Prozent Körperfett bei nur rund 20 Prozent Muskeln.

Von Jürgen Dumnitz

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