Literatur- und Kunstkreis will durch neue Künstler-Präsentation junge Leute erreichen

Poetry Slam statt Literaturpreis

Stefan Graen

Uslar. Die Regeln sind einfach. Ein Künstler präsentiert einen eigenen Text, hat fünf Minuten Zeit und darf dabei keine Verkleidungen, Kostüme oder Requisiten einsetzen. Nach dem Vortrag entscheidet das Publikum durch den Applaus, wer den Wettbewerb gewinnt.

Mit dieser neuen Form des Dichterwettstreits – dem Poetry Slam – will der Uslarer Literatur- und Kunstkreis unter anderem auch jungen Leuten eine Plattform schaffen. Der Verein ist am kommenden Freitag, 24. Oktober, Gastgeber des ersten Solling-Poetry Slam in der Palettenhalle der Bergbräu-Brauerei in Uslar. Der Wettstreit soll laut Kunstkreis-Sprecherin Kristina Bäthe den bisherigen Literaturpreis ersetzen. Für diese Veranstaltungsreihe, die der Verein von 2002 bis 2010 alle zwei Jahre organisiert hat, sei „die logistische Arbeit“ nicht mehr zu leisten. Der Poetry Slam als Vortragswettbewerb sei eine Art Weiterentwicklung, eine Kreativ-Offensive, so Bäthe. Auf der Bühne sei alles erlaubt, was mit der eigenen Stimme, dem Körper und dem Mikrofon in der vorgegebenen Zeit realisiert werden kann.

Premiere für Dichterschlacht

Die Premiere für die „Dichterschlacht“ beginnt am Freitag um 19 Uhr in der Halle der Brauerei. Zu erreichen ist die Halle über das Industriegebiet. Dort sind auch Parkmöglichkeiten vorhanden. Der Eintritt kostet zehn Euro, Schüler und Studenten zahlen fünf Euro.

Moderiert wird die Veranstaltung von Felix Römer und Christopher Krauß. Die beiden haben laut Kristina Bäthe die Szene im Raum Kassel/Göttingen bisher maßgeblich mit gestaltet und unter anderem den Poetry Slam im Jungen Theater in Göttingen mit etabliert. Am Wochenende waren sie Gastgeber der Landesmeisterschaft in der Universitäts-Stadt.

In Uslar mit von der Partie ist auch Stefan Graen von der Göttinger Comedy Company. Er soll durch kurze Improvisations-Theatereinlagen das Publikum in der Palettenhalle auf seine aktive Rolle, nämlich die Bewertung der literarischen Beiträge, vorbereiten. Musikalisch gestalten die Uslarer Hans-Georg Gloger und Jürgen Bäthe das Programm mit.

Ihre Teilnahme zugesagt haben zu dem Wettbewerb bereits die erfahrenen Slammer Thorben Schulte aus Göttingen und Peter Bähr aus Bamberg. Ansonsten steht die Bühne jedem frei. „Man muss seinen Namen auf einem Zettel notieren und diesen in eine Dose werfen“, beschreibt Kristina Bäthe die Regeln. Das gilt als Anmeldung. Die Moderatoren losen dann die Reihenfolge für die Vorträge der Künstler und Autoren aus.

Teilnehmer sollen am Freitag mindestens zwei Texte in Uslar mit dabei haben, weil nach einer Vorentscheidung in der Finalrunde ein anderer Text vorgetragen werden muss. (jde)

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