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Präzisionsarbeit seit 25 Jahren - Firma Hebo Zerspanungs-GmbH feiert Jubiläum

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Von: Jürgen Dumnitz

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Dokumentierte Maßarbeit an taktiler Messmaschine: Feinwerkmechanikermeister Jonas Deilke überwacht die Vermessung eines auf einer Spezialvorrichtung eingespannten Bauteils mit Bohrungen, Vertiefungen und Winkeln, dessen Maße auf ein zweihundertstel Millimeter genau sein müssen. Geprüft wird schon während der Fertigung, damit das vom Kunden gewünschte Ergebnis exakt stimmt.
Dokumentierte Maßarbeit an taktiler Messmaschine: Feinwerkmechanikermeister Jonas Deilke überwacht die Vermessung eines auf einer Spezialvorrichtung eingespannten Bauteils mit Bohrungen, Vertiefungen und Winkeln, dessen Maße auf ein zweihundertstel Millimeter genau sein müssen. Geprüft wird schon während der Fertigung, damit das vom Kunden gewünschte Ergebnis exakt stimmt. © Jürgen Dumnitz

Uslar – Helmut Borchert hat sich vor 25 Jahren selbstständig gemacht und seither mit seinem Unternehmen Hebo Zerspanungs-GmbH eine Erfolgsgeschichte geschrieben. Präzisionsarbeit ist das Metier des Senior-Chefs und Inhabers. Jetzt feierte er mit seinen Mitarbeitern und deren Partnern das 25-jährige Bestehen.

Am 1. November 1997 wurden die ersten Hebo-Bauteile damals noch in Gebäuden auf dem Gelände der Sohlinger Firma Kordes gefertigt. Seit 2001 ist das familiengeführte und mittelständische Unternehmen im Uslarer Industriegebiet angesiedelt. Schon ein Jahr später wurde die zweite Produktionshalle in der Nachbarschaft mit Bürotrakt eingeweiht. Heute hat das Unternehmen 33 hoch qualifizierte Mitarbeiter und setzt seit vielen Jahren auf eigene Auszubildende. Trotzdem werden gut ausgebildete und hoch motivierte Fachleute im Bereich Feinwerkmechanik und Zerspanungstechnik gesucht.

„Wir bieten unseren Kunden Lösungen an, wenn wir wissen, was gefordert ist“, sagt Helmut Borchert (70) zum Erfolg seines Unternehmens. Er hat seit Jahren Stammkunden in der Industrie und dem Spezialmaschinen- und Anlagenbau. Gern erwähnt er, dass der Audi TT mit bei Hebo gefertigten Getriebeteilen fährt.

Das sei schon ein gutes Gefühl, wenn er in Europa und der Welt in verschiedenen Verkehrsmitteln unterwegs ist und weiß, dass darin in seinem Unternehmen bearbeitete oder gar hergestellte Teile verarbeitet sind. Das macht ihn stolz.

Und trotzdem ist Borchert mit seinem Unternehmen bodenständig geblieben. Wenn neue Maschinen gekauft wurden, habe man stets überlegt, welche Bauteile darauf noch gefertigt werden können. Investiert habe man immer, wenn es nötig gewesen sei.

Auch in den Krisenzeiten der jüngsten Vergangenheit. Zuletzt wurde eine 150 000 Euro teuere Messmaschine in einem separaten Raum installiert, die große und kleine Bauteile dreidimensional vermessen und die Ergebnisse dokumentieren kann. Neukunden melden sich, weil sie erfahren haben, dass wir auch das können, was andere vor allem nicht so präzise hinbekommen und bezeichnen uns als Glücksgriff“, freut sich Helmut Borchert, der wie seine im Büro mitarbeitende Ehefrau Gabi (67) froh ist, dass Sohn Kevin (42) seit Januar dieses Jahres Geschäftsführer der Hebo Zerspanungs-GmbH ist und so der Fortbestand gesichert ist. Er begann 1998 seine Ausbildung im elterlichen Unternehmen.

Man habe auch schon im Drei-Schicht-Betrieb gearbeitet, erinnert sich Helmut Borchert, weil für Aufträge täglich Tausende Teile fertiggestellt werden mussten. Heute gehe es mehr um bearbeitete Teile im Maschinenbau (Spezialfahrzeuge, Schwerlastroboter), sagt Kevin Borchert, der für die Auslastung der CNC-gesteuerten Bearbeitungszentren in den zwei Hallen und damit Arbeit für die hoch qualifizierten Mitarbeiter sorgt. Viele sind schon lange dabei, wie etwa Ulrich Driesmann, der als technischer Angestellter von Anfang an dabei ist und bei der internen Jubiläumsfeier geehrt wurde.

Man zahle Gehälter über Tarif und biete unter anderem zudem eine betriebliche Altersversorgung. Um gute Leute zu halten, müsse man auch als Arbeitgeber etwas bieten, sagt Gabi Borchert. Selbst Azubis erhalten Vergünstigungen. „Wenn Mitarbeiter bleiben, profitieren doch alle davon“, sagt sie. Darauf setze man erfolgreich seit nunmehr 25 Jahren.

Probleme bei der Materialbeschaffung habe es laut Kevin Borchert nicht gegeben, Es sei nur alles viel teuerer geworden und manchmal dauere die Belieferung. Das habe man aber bisher gut verkraftet.

Man rechne auch fürs kommenden Jahr mit steigenden Rohstoffpreisen und plane dennoch Investitionen. So sollen die Dächer der beiden Produktionshallen mit Photovoltaikanlagen zur regenerativen Stromerzeugung bestückt werden.

Und es sei ein größeres Bearbeitungszentrum für rund 1 Million Euro nötig, heißt es vom Seniorchef, der stets nach dem Motto „einfach anpacken“ handelt. Es gehe im Unternehmen nach wie vor um qualitativ hochwertige Präzisionsarbeit nicht nur für die gut zwei Dutzend Bestandskunden. Zu den Umsätzen machte das Unternehmen keine Angaben.

Hintergrund: Im Uslarer Unternehmen Hebo (CNC-Drehen und -Fräsen) werden Bauteile für die Durchflussmesstechnik (wie Flansche, Ventile, Strömungsteiler) aus unterschiedlichen Hartmaterialien (Edelstahl, Messing, Aluminium) vom Prototypen bis in Serie hergestellt.

Außerdem sicherheitsrelevante Teile für die Flugzeug-, Schiffs- oder auch Automobilindustrie (Schalthebelführungen, Getriebe), Komponenten für die Gasindustrie (Verteilerblöcke, Ventilsitze) und Bauteile für den Maschinen- und Anlagenbau (Kolben, Zylinder).

Auf Kundenwunsch werden zudem Werkstücke nach Zeichnung gefertigt und möglich sind auch Konstruktion und Bau für unterschiedlichste Vorrichtungen. jde

Von Jürgen Dumnitz

Halten die Fäden in der Hand: Firmeninhaber Helmut Borchert und Sohn Kevin Borchert, der seit Januar 2022 Geschäftsführer des Unternehmens ist.
Halten die Fäden in der Hand: Firmeninhaber Helmut Borchert und Sohn Kevin Borchert, der seit Januar 2022 Geschäftsführer des Unternehmens ist. © Jürgen Dumnitz

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