Premiere im Schneewittchendorf

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Die Zwerge trauern: Nach dem Biss in den vergifteten Apfel scheint Schneewittchen tot zu sein.

Gieselwerder. „Ihr werdet noch sehen, wer ab jetzt hier die erste Geige spielt!“ Die neue Königin und Schneewittchens Stiefmutter genießt ihre Macht und duldet nichts und niemanden, der ihren Einfluss schmälern könnte.

Noch mehr als Schneewittchens Schönheit ärgert sie denn auch, dass der König sich um seine Tochter sorgt, anstatt ihr - der Königin - jeden Wunsch zu erfüllen.

Glücklich nach der Premiere: Regisseurin Brunhild Falkenstein (links) mit Autorin und Komponisten Susanne Schmidt.

Margot Grzesik spielte und sang die Rolle der Bösen glänzend und leidenschaftlich: Ihr diabolisches Lachen wird in Erinnerung bleiben, es wurde geflucht und sogar ein Schuh nach dem König geworfen.

Rund 150 Zuschauer - darunter zahlreiche Kinder - sahen in Gieselwerder die Uraufführung von Schneewittchen, in Szene gesetzt vom Kasseler Lichtraum-Theater. Susanne Schmidt hat das Märchen als Singspiel gestaltet, neben Schauspielszenen gibt es also auch von ihr eigens komponierte Arien, Lieder und Chöre.

Standesgemäß fallen die Arien der Königin zu, Schneewittchen (Verena Kreßler) bedient sich einfacher Liedformen, oft vom Chor der Zwerge unterstützt.

Diese wohnen als Bergleute im Wald hinter den sieben Bergen und ihr von Gesang begleiteter Einmarsch erinnert ein wenig an die Kino-Version der Geschichte von Otto Waalkes - allerdings nur so lange, bis sie ihre meist eher melancholischen Lieder anstimmen.

Natürlich wird nach den drei Mordkomplotten und großer Trauer alles gut: Schneewittchen und der Prinz (Malte Lange) haben wunderschön ihr Liebesduett gesungen und der Schlusschor wurde vom begeisterten Applaus der Zuschauer abgelöst.

Nach eineinhalb Stunden Spielzeit waren die Kinder im Publikum bis zum Schluss aufmerksam bei der Sache geblieben.

Die 15 Laienschauspieler aus dem Raum Kassel und Bad Hersfeld lieferten gesanglich und schauspielerisch eine beeindruckende Leistung ab, Susanne Schmidt unterstrich mit ihrer Musik treffsicher die unterschiedlichen Gefühlslagen und Charaktere des Stückes und für Brunhild Falkenstein vom Rollwagen-Theater war die Regiearbeit spannendes Neuland.

Die Veranstalter vom Heimat- und Verkehrsverein Gieselwerder und vom Förderverein Weberei-Museum Kircher freuten sich über die erfolgreiche Premiere im Schneewittchendorf. (zlö/nh)

Weitere Aufführungen

Das neue Schneewittchen-Stück wird noch weitere Male zu sehen sein, und zwar am 20. November und 4. Dezember jeweils im Korbacher Eck in Kassel.

Info: Brunhilde und Jörg Falkenstein, Theater Rollwagen, Telefon 05675-1392

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