Gehweg-Neubau: Proteste am Bodenfelder Kahlberg

Leben gern an der Straße am Kahlberg: Konrad Reich (links) und Erich Kumpart wollen keinen neuen Bürgersteig, den sie als Anlieger mit bezahlen sollen. Foto: Dumnitz

Bodenfelde. Die Bodenfelder Verwaltung hat die Rechnung ohne die Anwohner der Straße Am Kahlberg gemacht. Diese Ansicht vertreten zumindest die meisten der Anwohner der Straße, die zum Fußballplatz und dem Sportheim des Sportclubs Bodenfelde führt.

Sie wehren sich gegen einen Neubau des Bürgersteiges an ihrer Straße, den sie laut Beitragssatzung des Fleckens Bodenfelde anteilig mit bezahlen sollen.

Je nach Grundstücksgröße müssten die Anwohner zwischen 2000 und über 3000 Euro für den Ausbau zum „Luxus-Bürgersteig“, wie sie gegenüber der HNA sagten, bezahlen. Die Gesamtkosten hatte der parteilose Bürgermeister Hartmut Koch während einer Anwohnerversammlung mit 94.000 Euro angegeben. Davon sollen die Anlieger 43.000 Euro bezahlen, den Rest müsste die Gemeinde tragen, die seit Jahren verschuldet ist.

Hintergrund der Anwohner-Proteste ist der von der Verwaltung vorgeschlagene Neubau des Gehweges. Die Eon-Mitte und der Wasser- und Abwasserzweckverband (WAZ) Solling planen Erdarbeiten am Kahlberg. Kabel sollen dort verlegt und bei der Gelegenheit auch Kanalreparaturen vorgenommen werden. Aus Sicht des Bürgermeisters bietet der gleichzeitige Ausbau des Gehweges durch die Teilung der Kosten mit der Eon und dem WAZ eine gute Gelegenheit, den Kostenanteil für die Gemeinde geringer zu halten. Allein die Kosten für die abschließenden Pflasterarbeiten gab Koch gegenüber den Anwohnern mit 75.000 Euro an.

Den Auftrag für die Verkabelung hat laut Koch bereits eine Baufirma erteilt bekommen. Wenn sich die Gemeinde jetzt mit dem Ausbau des Gehweges dranhängen würde, werde keine öffentliche Ausschreibung mehr erfolgen. Das sei nicht möglich.

Nicht nötig ist aus Sicht der meisten der 16 Anwohner der Gehweg-Ausbau. Seit vielen Jahrzehnten sei der Zustand so wie jetzt unverändert. Das reiche auch aus, weil die Straße fast nicht von Fußgängern genutzt werde. Zum Sportplatz fahren alle mit dem Auto, hieß es gestern in der Gesprächsrunde, bei der nicht alle Anlieger aus Angst vor Repressalien der Verwaltung ihre Identität preisgeben wollten. Konrad Reich und Erich Kumpart fassten zusammen: „Wir wollen das nicht und wünschen uns, dass sich die Lokalpolitiker nicht über den Bürgerwillen hinwegsetzen.“

Am heutigen Donnerstag steht das Thema zur Abstimmung auf der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates, die um 19 Uhr im Café Weserblick beginnt. Die Mitglieder des Bauausschusses hatte jüngst bereits gegen den Gehweg-Neubau und damit im Sinne der Anwohner gestimmt. (jdx)

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