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Rad-Garage kaum genutzt, Kritik an Mobilitäts-Station Offensen

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Von: Jürgen Dumnitz

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Wenig genutzt: Die Handhabung der Mobilitätsstation am Bahnhof Offensen erscheint zu kompliziert. Die Fahrradgarage wird offenbar wenig bis fast gar nicht genutzt. Unser
Wenig genutzt: Die Handhabung der Mobilitätsstation am Bahnhof Offensen erscheint zu kompliziert. Die Fahrradgarage wird offenbar wenig bis fast gar nicht genutzt. Unser © Jürgen Dumnitz

Uslar – Zum Schluss der zweistündigen öffentlichen Sitzung des Wirtschafts-, Umwelt- und Entwicklungsausschusses wurde es im Alten Rathaus in Uslar noch einmal interessant. Bernd Franke (UWG) schilderte, dass er an dem im Herbst 2021 eingeweihten Klimaschutzprojekt Bike-Ride-Offensive am Bahnhaltepunkt Offensen so gut wie nie in der abschließbaren Fahrradgarage Fahrräder sehe.

Das bestätigten nach eigenen Beobachtungen auch Marlene Staab (Grüne) und Bürgermeister Torsten Bauer.

Franke vermutet, dass die Handhabung für Radfahrer nicht einfach ist. Wer sein Rad in der Fahrradgarage gesichert abstellen wolle, müsse das per Handy buchen, um dann über einen Code am Gerät Zugang zu bekommen. Er habe bei Bahnfahrten beobachtet, dass auch teure Räder an einem Mast vor dem eigentlichen Fahrradständer angekettet abgestellt waren. Bauer habe bei der Bahn erfahren, dass es bundesweit rund 20 solcher Stationen gibt, die „nicht alle toll laufen und angenommen werden“.

Die Bedienung der Anlage erscheint Bauer „suboptimal“. Franke meinte, es sei nicht „niederschwellig“ genug. Die Verwaltung sei im Gespräch mit der Bahn, sagte der Bürgermeister. Möglicherweise seien Verbesserungen nötig, damit das Fahrradgaragen-Projekt von Pendlern mit Fahrrädern besser angenommen wird.

Unter dem Tagesordnungspunkt „Mitteilungen“ sagte Bürgermeister Bauer, dass die Stadt keine Förderzusage für das Programm „RaD stark“ zur Förderung des Alltagsradverkehrs im Uslarer Land erhalten habe. Die Stadt hatte unter Beteiligung vieler Ortsräte und der Fachausschüsse einen Förderantrag zur Nationalen Klimaschutzinitiative gestellt. „Es wurde jedoch keine Projektreife erzielt“, sagte Bauer. Wenn beantragte Projekte nicht erfolgreich seien, dann sei das aber kein Fehler seiner Verwaltung, sondern eine Nicht-Förderfähigkeit der Anträge, sagte Bauer auf Kritik von Marlene Staab. Seiner Ansicht nach sei eine Umsetzung sowieso schwierig geworden.

Staab von der Bunten Ratsgruppe legte nach und wollte wissen, wie viele Förderungen genau vom ehemaligen Uslarer Klimaschutzmanager Nils Ritter-Fiebekorn zwischen 2019 und 2022 beantragt wurden, um welche Projekte und Förderprogramme es sich handele und welche beantragte Förderungen abgelehnt, zurückgezogen oder bewilligt wurden. Ihre Fragen reichte sie schriftlich zur Beantwortung ein.

Hintergrund sei, dass sie mehrmals bei der neuen Uslarer Klimamanagerin Dr. Doris Wagner angerufen und dort erfahren habe, dass sie in den ersten drei Monaten ihrer Tätigkeit in Uslar „ausschließlich“ mit über einem Dutzend laufenden Förderanträgen ihres Vorgängers zu tun und somit keine Zeit für neue Aufgabengebiete habe. Das sei schlecht für den Klimaschutz insgesamt und die von der Stadt selbst gesteckten und vom Stadtrat verabschiedeten Klimaziele.

Von Jürgen Dumnitz

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