Uslar

Radweg durchs Gebäude - Uslarer Stadtrat verschiebt Entscheidung

Noch ein geschotterter öffentlicher Rad- und Fußweg: Ein Uslarer Autohaus möchte an der Stelle, wo jetzt noch Autos stehen und der geschotterte Weg zwischen altem Bahndamm und Wiesenstraße verläuft, ein mehrgeschossiges Gebäude errichten lassen. Ein zwei Meter breiter Weg soll laut Plan in das Gebäude integriert werden.
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Noch ein geschotterter öffentlicher Rad- und Fußweg: Ein Uslarer Autohaus möchte an der Stelle, wo jetzt noch Autos stehen und der geschotterte Weg zwischen altem Bahndamm und Wiesenstraße verläuft, ein mehrgeschossiges Gebäude errichten lassen. Ein zwei Meter breiter Weg soll laut Plan in das Gebäude integriert werden.

Uslar – Für einen geplanten Neubau eines mehrstöckigen Wohn- und Geschäftshauses durch ein Uslarer Autohaus am Rad- und Fußweg zwischen dem früheren Bahndamm und der Wiesenstraße steht eine Stadtratsentscheidung aus.

In der jüngsten öffentlichen Sitzung des Stadtrates stimmte eine Mehrheit für die Absetzung der Tagesordnungspunkte, die sich unter anderem mit einer baurechtlichen Befreiung von den bisherigen Festsetzungen des Bebauungsplanes Nummer 78 „Wiesenstraße-Süd“ befassten. Betroffen ist auch der Flächennutzungsplan.

In dem Areal neben der Wiesenstraße soll dem Bauherrn laut der Beschlussvorlage der Verwaltung die Überschreitung von Baugrenzen erlaubt werden. Zugleich soll der öffentliche Fuß- und Radweg verlegt und quasi über die Parkebene in das Gebäude integriert werden.

Der Architektenplan des Autohauses sieht vor, dass der integrierte Weg zwei Meter Durchfahrtsbreite haben soll. Das würde bedeuten, das Fußgänger und Radfahrer zwischen Bahndamm und Wiesenstraße wie durch einen Tunnel durch das Geschäftsgebäude fahren oder gehen müssten.

Eine Entscheidung über die baurechtliche Befreiung war zuvor auch schon vom Wirtschafts- und Entwicklungsausschuss der Stadt abgelehnt und die Tagesordnungspunkte ebenfalls abgesetzt worden, weil es laut der Lokalpolitik vor einer Entscheidung noch Bedarf für weitere Informationen zu den Planungen des Bauherrn gebe und die Feinheiten zuvor auf alle Fälle in den einzelnen politischen Fraktionen beraten werden sollen.

Der Antrag auf Befreiung von den Vorgaben des Bebauungs- und Flächennutzungsplanes für die Überschreitung der Baugrenze und das Verlegen von Verkehrsflächen wurde Ende September gestellt, weil der Bauherr den Neubau eines zweigeschossigen Gebäudes mit offener Parkebene im Untergeschoss vorhat. Das Haus überschreitet laut Beratungsvorlage der Verwaltung die südliche Baugrenze des nördlichen bebaubaren Bereichs und führt bis in den südlichen bebaubaren Bereich. Die vorhandenen Zu- und Abfahrten von der Wiesenstraße sowie das Höhenniveau am ehemaligen Bahndamm soll erhalten bleiben.

„Eine Beeinträchtigung der nachbarlichen Interessen liegt wahrscheinlich nicht vor“, heißt es in der Beschlussvorlage, weil die meisten angrenzenden Grundstücke ebenfalls der Firma oder zum öffentlichen Verkehrsraum gehören. Wegen „betrieblicher Abläufe“ sei der Neubau laut Antragsteller nur an der Stelle möglich.

Der Stadtverwaltung erscheine das Vorhaben „städtebaulich vertretbar“, heißt es weiter in den Vorlagen, und nachbarliche Interessen dürften mit den öffentlichen Belangen vereinbar sein.

Uslars Ortsbürgermeister Arno Riedke hatte bereits in der Sitzung des Wirtschaftsausschusses kritisiert, dass es wegen der vorgesehenen Baumaßnahme bisher immer noch keinen wie vom Bürgermeister versprochenen Ortstermin mit Vertretern des Landkreises Northeim und der Lokalpolitik gegeben habe. Hintergrund sei unter anderem der Hochwasserschutz an der Stelle wo gebaut und versiegelt werden soll.

Bürgermeister Torsten Bauer sagte daraufhin im Ausschuss, dass es ein Interesse des Gewerbetreibenden für eine baldige Umsetzung seiner Pläne gebe und er als Bürgermeister deshalb „keine Zeit verlieren“ wollte. Wenn der Fachausschuss und der Rat eine Entscheidung dennoch vertagen, sei das eben so. Und der Landkreis habe sich zuletzt entschieden, nicht an einem angesetzten Ortstermin zur Klärung zu erscheinen. Er jedenfalls habe alles für eine zeitnahe Entscheidung getan, betonte Bauer.  jde

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