Haltepunkt wurde 1988 geschlossen

Ergebnis einer Studie: Reaktivierung des Haltepunkts Verliehausen ist möglich

Ehemaliger Bahnhof in Verliehausen: An der Strecke soll wieder ein Haltepunkt eingerichtet werden.
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Ehemaliger Bahnhof in Verliehausen: An der Strecke soll wieder ein Haltepunkt eingerichtet werden.

Uslar/Verliehausen. Die Reaktivierung des Eisenbahnhaltepunktes in Verliehausen ist möglich.  Das ist das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie.

Diese hatte der beratende Ingenieur im Eisenbahnwesen, Dr. Carsten Hein (Vechelde), im Ausschuss für Wirtschaft, Umwelt und Entwicklung für die Stadt Uslar übernommen. Die erste Reaktion von Verliehausens Ortsbürgermeister Friedbert Leßner (VWB), war: „Dafür werden wir einen langen Atem brauchen.“ Der Ausschuss selbst nahm das Gutachten zunächst zur Kenntnis, weitere Beratungen in den verschiedenen Gremien werden folgen.

Unterstützt wird die Reaktivierung vom Fahrgastverband „Pro Bahn“ in Südniedersachsen. Ihr Sprecher, Gerd Aschoff (Göttingen), erklärte: „Die wichtigste Aussage des Gutachtens ist die, dass ein Zughalt in Verliehausen ohne Verluste für das Bahnnetz in den Fahrplan passt.“

Zwei Voraussetzungen für Wiedereröffnung 

Für den Eisenbahn-Experten Hein hängt die Wiedereröffnung des 1988 geschlossenen Haltepunktes von zwei Prämissen ab: Zwischen der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) und dem Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (VSN) müsse ein Gesamtverkehrskonzept Bus-Bahn mit dem Ziel einer Abänderung der parallel zur Bahnstrecke verlaufenden Busverbindung 210 der VSN von Uslar über Verliehausen, Adelebsen, Lödingsen bis nach Göttingen entwickelt werden. Seine Einschätzung: „Eine parallele Linienführung von Bus und Bahn ist volkswirtschaftlich nicht vertretbar.“

Zweite Voraussetzung ist, dass Verliehausen bei dem parallel von der LNVG erarbeiteten Gesamtkonzept für die Linien RB 81 (Bodenfelde - Northeim - Nordhausen), RB 84 (Kreiensen - Holzminden - Höxter - Ottbergen) und RB 85 (Göttingen - Bodenfelde - Ottbergen) integrierbar sein muss.

Der Zeitverlust durch einen Stopp in Verliehausen würde nach den Berechnungen des Planers nur zwei Minuten betragen und würde in die weiteren Anschlüsse ab Bahnhof Bodenfelde hineinpassen.

Carsten Hein machte darauf aufmerksam, dass der Bus auf der Strecke von Verliehausen nach Göttingen insgesamt zwar sechs Minuten langsamer sei als die Bahn (West-Ost-Richtung), aber der Bus einen Zeitvorteil bei den davor liegenden Haltepunkten habe: In Offensen treffe er zwei Minuten schneller ein, in Adelebsen eine Minute und in Lödingsen fünf Minuten.

Verlegung des Haltepunkts 

Außerdem biete der Bus insgesamt 20 Ein- und Aussteigemöglichkeiten, die Bahn nur ein Viertel davon. Hein: „Weniges Halten kann Fahrgästen ein Schnelligkeitsgefühl geben.“

Zu einer Frage nach den Kosten für die Reaktivierung, antwortete Hein, die Einrichtung des Haltepunktes würde seines Wissens zufolge das Land zu 100 Prozent bezahlen, für die Straßenanbindung und Parkplätze müsse die Stadt Uslar aufkommen. Dafür gäbe es aber Fördergeld.

Er empfahl zudem die Verlegung des Haltepunkts näher an die Ortsmitte Verliehausens heran, wenn es zu einer Reaktivierung kommen sollte.  

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