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Rundumschlag im Ortsrat wegen nicht umgesetzter Beschlüsse

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Von: Jürgen Dumnitz

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Erinnerung ans Hochwasser vom November 2010 ist noch da: In Verliehausen sei man in den vergangenen Jahren noch glimpflich davongekommen, doch weil in Sachen Hochwasserschutz nichts gemacht worden sei, so die Kritik aus dem Ortsrat, könne man im Unterdorf durch die Schwülme jederzeit wieder „absaufen“.
Erinnerung ans Hochwasser vom November 2010 ist noch da: In Verliehausen sei man in den vergangenen Jahren noch glimpflich davongekommen, doch weil in Sachen Hochwasserschutz nichts gemacht worden sei, so die Kritik aus dem Ortsrat, könne man im Unterdorf durch die Schwülme jederzeit wieder „absaufen“. © Jürgen Dumnitz

Verliehausen – Die Tagesordnung der jüngsten öffentlichen Sitzung des Verliehäuser Ortsrates war am Dienstagabend fix abgearbeitet. Bei der Kommunalwahl 2019 erhielt Kai Pfeiffer 88 Stimmen und schaffte den Sprung ins Dorfgremium. Doch aus gesundheitlichen Gründen konnte er bisher nicht verpflichtet werden, teilte Ortsbürgermeister Friedbert Leßner mit.

Das holte Uslars Bürgermeister Torsten Bauer jetzt in der Sitzung vor zehn Zuhörern im Gasthaus Zum Bahnhof nach.

Einigkeit gab es im Ortsrat über die Verwendung von Dorfgeld. 340 Euro sollen die örtlichen Vereine aus dem Repräsentationstopf des Ortsbürgermeisters erhalten, 2300 Euro die Jagdgenossen für die Unterhaltung von Wirtschaftswegen und 5600 Euro für Straßenreparaturen sollen ins nächste Jahr übertragen werden.

Zustimmung gab es auch für die Erteilung eines Wegerechts für den Bau eines 50 Meter hohen Mobilfunkmastes am Lichtenberg. Den Verliehäusern dürften keine Nachteile entstehen und die Stadt Uslar müsse die Einhaltung der Strahlen-Grenzwerte kontrollieren.

Und nach einem Lob an die Stadtverwaltung für die „unbürokratische Unterstützung“ bei der Einrichtung eines Abholmarktes im alten Feuerwehrhaus und einer tollen Nutzung holte Ortsbürgermeister Leßner dann zum Rundumschlag aus. Er beklagte, dass Beschlüsse der Verliehäuser Ortsräte teils seit Jahren nicht umgesetzt würden und er und seine Vorgänger diese nicht zu verantwortende Untätigkeit den Einwohnern erklären und dafür oft Kritik einstecken müssten.

Es gebe regelrecht Frust, weil in Sachen Hochwasserschutz im Schwülmetal nichts passiert. Forderungen nach einer Tempo-30-Verkehrsberuhigung und einer Tonnagenbeschränkung für den Birkenweg seien nicht gekommen.

Für die seit Jahren geforderte Sicherheit (Querungshilfe) für Fußgänger an der Ortsdurchfahrt sei nichts geschehen. Man könne von Glück sprechen, dass etwa im Bereich der engen Einmündung von der Weserstraße noch keine Rollatorfahrer oder Menschen mit Kinderwagen „umgemangelt“ wurden, beklagte Leßner. Er „verliere die Begeisterung für die Demokratie“, sagte Leßner weiter und sei auf Kammerborn neidisch, weil da mit Tempo-30-Schildern schnell reagiert wurde. Das Verliehäuser Ehrenmal sei seit 2018 immer noch nicht fertig saniert, obwohl eine Firma dafür schon Geld erhalten habe.

Bürgermeister Bauer entgegnete, dass ihm die Meinung der Ortsräte wichtig sei und niemand abgehängt werde. Für verkehrsrechtliche Anordnungen sei der Kreis Northeim zuständig, Forderungen würden bei Verkehrsschauen eingebracht, fänden aber nicht immer Gehör und im Übrigen arbeite die Verwaltung an der Umsetzung der Wünsche aus den Ortsräten.

Landwirt Christian Otte forderte in der Einwohnerfragestunde Unterstützung von Ortsrat und der Stadtverwaltung. Er müsse zum Erreichen seines Betriebes am Lichtenberg eine Bahnbrücke nutzen, die seiner Ansicht nach bald saniert werden müsste. Zuständig sei die Bahn, die sich dazu aber bisher nicht rühre.

Von Jürgen Dumnitz

Kai Pfeiffer wurde im Ortsrat verpflichtet
Kai Pfeiffer: wurde im Ortsrat verpflichtet © Jürgen Dumnitz
Auf 12 Tonnen beschränkte Bahnbrücke: Der Zustand der Brücke über der Bahnlinie Adelebsen-Bodenfelde sei nicht gut. Ein Landwirt, der sein Anwesen nur über die Brücke erreichen kann, sorgt sich um das Bauwerk. ALLE FOTOS: JÜRGEN DUMNITZ
Auf 12 Tonnen beschränkte Bahnbrücke: Der Zustand der Brücke über der Bahnlinie Adelebsen-Bodenfelde sei nicht gut. Ein Landwirt, der sein Anwesen nur über die Brücke erreichen kann, sorgt sich um das Bauwerk. © JÜRGEN DUMNITZ

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