Christa Fricke und Ulla Pöhlmann verabschieden sich aus der Brauerei Haffner

Schalander-Duo sagt Tschüs

Gewohntes Bild: Ulla Pöhlmann (von rechts) und Christa Fricke auf dem Schalander der Brauerei, zum Abschied stoßen Michaela Haffner Borchert (mit Sohn Felix) und Hinrich Haffner an. Foto: Schneider

Uslar. Auf dem Schalander in der Brauerei Haffner in Uslar enden die Führungen durch das Uslarer Traditionsunternehmen. Dort beenden heute auch zwei Mitarbeiterinnen ihre Tätigkeit, die zum Inventar der Brauerei gehörten: Christa Fricke und Ulla Pöhlmann. Die beiden Frauen stehen seit 30 Jahren hinter der Theke, wenn die Brauereibesichtigungen im Aufenthaltsraum in den gemütlichen Teil übergehen.

„Wenn´s kein Spaß gemacht hätte, hätten wir es nie so lange ausgehalten“, sagt Ulla Pöhlmann (72). „Aber irgendwann muss auch mal Schluss sein“, fügt Christa Fricke (70) hinzu. Sie macht den Job seit genau 30 Jahren, bei Ulla Pöhlmann sind es ein paar Jahre weniger.

Schwiegermütter beerbt

Bisher war die Bewirtung nach den Besichtigungen reine Familienangelegenheit: Beide übernahmen den Posten von ihren Schwiegermüttern. Christa Fricke stammt aus Eschershausen, war 20 Jahre Schneiderin bei Schefft, bevor sie zu Haffner ging. Sie hat einen erwachsenen Sohn. Ihr Mann starb vor fünf Jahren. Eine große Leidenschaft hatte Christa Fricke nebenbei: 20 Jahre spielte sie in Eschershausen Laientheater.

Wie Christa Fricke lebt auch Ulla Pöhlmann an der Rosenstraße in Nachbarschaft zur Brauerei. „Ich bin hier geboren und immer noch da“, sagt die gelernte kaufmännische Angestellte, die bei Kohlen-Siebrecht gelernt und früher bei Kordes in Sohlingen und auf der Sollinger Hütte gearbeitet hat. Sie ist wie ihre Freundin Witwe und hat zwei erwachsene Töchter und fünf Enkelkinder.

Zwei Stunden Geselligkeit

Die Arbeit auf dem Schalander besteht daraus, die Tische einzudecken, alles vorzubereiten und die Gäste mit Essen und Getränken zu versorgen. Eine Stunde dauert die Führung, zwei Stunden sind für den geselligen Abschluss vorgesehen.

Das wichtigste sei der Spaß an der Arbeit, sagen beide. „Wir haben viel gelacht“, fügt Christa Fricke laut lachend hinzu, wie man es von ihr kennt. Ulla Pöhlmann ist die etwas ruhigere. So gesehen ergänzen sich die scheidenden Schalander-Wirtinnen, wie sie es seit Jahren bei der Arbeit getan haben. Sie waren immer so etwas wie Garanten für gute Laune unter den Brauerei-Besuchern.

Auch Randalierer erlebt

Natürlich ging es auch mal weniger lustig zu. Dabei erinnern sich Ulla Pöhlmann und Christa Fricke an die randalierenden Besucher von Göttinger Stundenverbindungen. Doch überwiegend verlief es so, wie es nach einer Brauereiführung sein sollte: feucht-fröhlich. Besichtigungen gab es früher einmal die Woche, inzwischen sind es drei.

Die Nachfolge für die beiden Uslarer Originale hinter dem Schalander-Tresen wird gerade geregelt, sagten Hinrich Haffner und seine Tochter Michaela Haffner-Borchert von der Geschäftsführung. „Und wenn es mal eng wird?“ Klar, nicken Christa Christa Fricke und Ulla Pöhlmann, dann werden sie wieder auf dem Schalander sein. Vertretungsweise.

Privat verstehen sich die beiden auch gut, sind befreundet und gehen gern mal zum Dämmerschoppen in die Stadt. „Auf ein Bier“, sagen beide und schmunzeln. „Wir müssen das ja abschmecken.“ (fsd)

Von Frank Schneider

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