Nach über 40 Jahren bei der Firma Grundmann geht Günter Spilke in den Ruhestand

Schluss mit der Lieferung

Abschied von den roten Transportern: Günter Spilke vor einem Fahrzeug der Grundmann-Flotte. Foto:  Schneider

Volpriehausen. Nach über 40 Jahren hat Günter Spilke jetzt den Schlüssel für seinen Kleintransporter bei der Firma Grundmann in Volpriehausen im Büro abgegeben. Nach mehreren Millionen Kilometern auf dem Tacho und unzähligen Tonnen an Süßwaren, die er durch Nord-, Ost- und Westdeutschland gefahren hat, geht er mit 65 Jahren in den Ruhestand. Über 40 Jahre bei einer Firma, das ist heute ein seltenes Jubiläum.

Am Freitag gab er den Ausstand im Kreis der Kollegen und bekam einen Präsentkorb inklusive Geldgeschenk von Grundmanns. Das Familienunternehmen, das im Mai 50 Jahre besteht, leitet Holger Grundmann, Sohn des Firmengründer Horst Grundmann. Die sind voller Lob für den scheidenden Mitarbeiter und würden ihn am liebsten in der Hauptsaison von September bis März wieder für kleine Touren buchen.

Denn sie wissen, was sie an Spilke haben: „Der war vom ersten Tag an ein absolut zuverlässiger Auslieferer und in den 40 Jahren nie krank.“ Nur am Anfang der beruflichen Karriere bei Grundmanns humpelte Spilke manchmal montags zur Arbeit: Das waren die Folgen, als er noch in Delliehausen Fußball spielte. Spilke, der 1945 in Breslau geboren wurde und noch als Baby nach der Flucht in Delliehausen landete, ist froh, im Ruhestand angelangt zu sein. Denn jetzt muss er vor allem nicht mehr ins Ruhrgebiet. „Da ist dermaßen viel los auf den Straßen“, sagt Spilke und schüttelt mit dem Kopf. Er erinnert sich lieber an die Strecken in den Norden: „An der Elbe runter war es am schönsten.“

Doch die Landschaft zu genießen, ist in dem Job kaum möglich. Es geht schon in der Nacht los. Da ist es noch dunkel. Und Unfälle? Es hielt sich alles in Grenzen, heißt es.

Er ist sein Leben lang nachts aufgestanden, sagt Spilke. Schon vor der Grundmann-Zeit. Denn Spilke ist gelernter Bäcker. Und er war noch Bergmann und Bundeswehr-Soldat, bevor er sich Anfang 1970 bei Grundmanns mit Erfolg bewarb. 1966 hatte er geheiratet. Spilke hat einen Sohn und eine Tochter, beide erwachsen. Seine Frau ist nach langer Krankheit 1998 gestorben.

Und was macht er jetzt als Rentner? Nichts besonderes, lautet die Antwort. Er wird zwar immer noch regelmäßig nachts wach nach den ersten Tagen im Ruhestand. Doch es wird schon immer später. Er kann sich jetzt auf jeden Fall in aller Ruhe noch einmal umdrehen. (fsd)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.